Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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"Wenn die Umwelt krank macht, lässt sich das oft nicht sofort zeigen, weil es meistens nicht zu einer akuten Beeinträchtigung kommt. Umso schwieriger ist es, den akuten Handlungsbedarf in diesem Bereich zu vermitteln, zumal sich aus den Erfolgen von Umweltschutzmaßnahmen nicht sofort Profit schlagen lässt"
(OA Doz. DI Dr. Hans-Peter Hutter,
Gesunde Umwelt - gesunder Mensch)

Atemnot und Asthma

Bei der Explosion von Pyrotechnik werden besonders aggressive Gase, Dämpfe und Chemikalien freigesetzt, von denen viele hochgiftig und/oder krebserregend sind (> Liste der Gefahrenstoffe in Pyrotechnik). Unter anderem werden große Mengen an Schwefel und Kohlenmonoxid freigesetzt.
Dies kann unmittelbar zu Atemnot führen, längerfristig Asthma auslösen.
Die Medizin registriert außerdem eine Zunahme der Atemwegserkrankungen durch Feinstaub, und jüngste Studien zeigen, dass Feinstaub "schlafende" Viren in den Lungen reaktiviern kann. Irrtümlich gilt als Hauptursache dafür der Verkehr. Studien belegen aber inzwischen, dass allein die Feuerwerksemissionen an Silvester mehr Feinstaub produzieren, als der gesamte Straßenverkehr eines ganzen Jahres. An Silvester werden die EU-Tagesgrenzwerte fast lückenlos in ganz Europa überschritten werden.
Aber auch aufgrund seiner Zusammensetzung, ist der Feinstaub durch Feuerwerk wesentlich gefährlicher als "normaler" Feinstaub, was durch aktuelle Feinstaubmessungen und -grenzwerte in keinster Weise erfasst wird.

Eine Studie unter der Leitung des Forschungsverbundes „Public Health Sachsen“ der TU Dresden konnte in einer 3-jährigen Studie einen Zusammenhang zwischen Feuerwerken und der Zunahme von Atemwegserkrankungen nachweisen.

Ursache ist der sog. Ultrafeinstaub, der 100 mal feiner ist, als der von Gesetzgebung und Messungen bis dato erfasste Feinstaub.

Knochentumore und Leukämie

Luftwerte von radioaktivem Strontium und Barium sind bei Feuerwerken um das 20- bis 50-Fache des Normalwerts erhöht. Diese Substanzen reichern sich im Blut an - mit z.T. unabsehbare Langzeitfolgen. Insbesondere Strontium steht im Zusammenhang mit Knochentumoren und Leukämie.

Stress und Herz-/Kreislauferkrankungen, Knalltraumata

Lt. einer im Mai 2011 erschienen Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist Lärm das zweitgrößte Gesundheitsrisiko überhaupt.
(!)Unabhängig davon, ob man sich bewusst gestört fühlt oder nicht: Lärm ist ein Stressor, er versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Stresshormone wie Cortisol oder Adrenalin werden vermehrt ausgeschüttet, Blutdruck und Herzfrequenz erhöht, das Blut wird „zähflüssiger“, Blutfette steigen an. All das kann in weiterer Konsequenz zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko führen.
Auch eine Langzeitstudie des Westdeutschen Herzzentrums in Essen (D) schlägt in diese Kerbe: Die im April 2013 veröffentlichten Daten belegen den Zusammenhang von Lärm und Herz-Kreislauferkrankungen.
Insbesondere nächtlicher Lärm, aber auch das Einatmen besonders kleiner Feinstaubpartikel bis 2,5 Mikrometer seien assoziiert mit Verkalkungen und Verhärtungen an der Hauptschlagader, sagt der verantwortliche Kardiologe Hagen Kälsch.

Knalltrauma

Das Gefährlichste ist die kurze Impulsstaerke
Hörforscher Gerald Fleischer zeigt in einer Studie, dass das Korrelat zwischen Schwerhörigkeit und Böllern höher ist, als jenes zwischen Schwerhörigkeit und Discolärm:
Für seine Forschung untersuchte er unter anderem die Piloten alter Militärmaschinen, die stetigen Dauerlärm ausgesetzt waren aber dennoch über ein gutes Gehör verfügten. Ganz anders als die Bewohner abgelegener chinesischer Dörfer, in denen stete Ruhe herrscht – außer an Silvester, wo man es kräftig krachen lässt. Viele Menschen dort sind beinahe taub. Der Knall eines Silvesterböllers kann also in einer tausendstel Sekunde einen lebenslangen Hörschaden verursachen, den man sich sonst auch durch jahrelange Disco-Besuche nicht einhandelt.
Allein in Deutschland tragen jährlich bis zu 30.000 Menschen eine plötzliche Hörminderung oder einen Tinnitus aus der Silvesternacht davon. Etwa ein Drittel der Betroffenen trägt dauerhafte Schäden davon.
Daran Schuld ist fahrlässiger Umgang mit Pyrotechnik, aber auch die Gesetzgebung: Die Europäische Richtlinie 2007/23/EG für Pyrotechnik der Klasse F2 (für den Privatgebrauch ab 18 (D) bzw. 16 (A) Jahren) erlaubt Schalleistungen bis 120 dB im Abstand von 8m. Physisch unangenehm ist bereits ein Schallpegel von 80dB. In unmittelbarer Nähe entwickeln diese Böller bis zu 175 dB.


Verbrennungen

Grundsätzlich gilt: Einmal gezündet, können Feuerwerk-Artikel nicht mehr gelöscht werden.
Je nachdem, wie groß der Magnesiumanteil ist, können sie dabei bis zu 2500 Grad Celsius ("Bengalos") heiß werden. Sogar ohne unmittelbaren Körperkontakt können damit Brände und starke Verbrennungen ausgelöst werden.
Selbst die Reste des ausgebrannten Behälters sind noch lange Zeit so heiß, dass sie auch bei kurzer Berührung erhebliche Verbrennungen verursachen können.

Angst und Aggression

Die psychische Folgen durch Böller, Raketen und sonstigen Silvester-Lärm werden nach Ansicht des Heidelberger Psychotherapeuten Ludwig Janus (72) völlig unterschätzt. Er rät v.a. zum besonderen Schutz von Ungeboreren Kindern. Ab der 20. Woche hörfähig, können Sie die auch im Mutterleib noch sehr lauten Knallgeräusche nicht zuordnen. Kommt noch der Schreck der Mutter hinzu, ist der Stress für den Fetus enorm.
Aggression: Studien zufolge ist in stark lärmbelasteten Gebieten die Gewaltbereitschaft der Bewohner größer, die Hilfsbereitschaft geringer.
Die Häufung von Berichten über Messerstechereien, Attacken auf Hilfskräfte, Vandalismus, etc. an Silvester legen den Verdacht nahe, dass auch Feuerwerk diese Wirkung hat.

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