Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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unGesellschaft

Gunter A. Pilz Gunter A. Pilz

Die Gesetzgeber betreiben in Sachen Pyrotechnik eine laissez-faire Politik. Dies hat v.a. einen Grund: Die finanziellen Einnahmen durch den Verkauf werden nicht gegen die gesellschaftlichen Schäden aufgewogen.
Die Zahl der Verletzungen, Brände und Umweltschäden durch Pyrotechnik steigt von Jahr zu Jahr, und dennoch wurden die Gesetze im Rahmen der Harmonisierung mit EU-Richtlinien in jüngster Zeit in vielen Ländern sogar gelockert.
u.a. wird gegen schärfere Gesetze argumentiert mit der Behauptung, dies würden die Illegalität vorantreiben. Doch das Gegenteil ist der Fall:
Illegalität lebt davon, was legal ist zu überbieten.
Insofern ist es wenig überraschend, dass sich bei bestehender Rechtslage (lockere Regelungen) die Zahl illegaler Pyrotechnik allein zwischen 2010 und 2011 verdreifacht hat
.

Der renommierte Soziologe Gunter A. Pilz empfiehlt das Aufzeigen von Grenzen und die konsequente und prompte Ahndung von Übertretungen als nachhaltige gesellschaftliche Regulierung.

Gewalt und Gesellschaft

Laut Gunter A. Pilz gibt es eine neue Qualität der Gewalt. Täter sind zum Teil jünger, vor allem aber hemmungsloser. Auch An- und Übergriffe auf Familien, Frauen, Kinder sind kein Tabu mehr. Selbst das Risiko einer tödlichen Verletzung wird in Kauf genommen.
Dem kann nur begegnet werden, indem Grenzen klar signalisiert und Übertretungen geahndet werden: Nur konsequente und unmittelbar auf die Tat folgende Strafen haben auch eine abschreckende, und - was noch wichtiger ist - lehrsame Wirkung.
Es muss davon ausgegangen werden, dass Gewalt zum größten Teil gesellschaftlich verursacht ist. Dabei gibt es unterschiedliche Motive:
Selbstbehauptung. Hier wird Gewalt ausgeübt, um eine positive Identität zu entwickeln, ein gering ausgeprägtes Selbstbewusstsein zu kompensieren. Dahinter verbergen sich junge Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und wenig Zukunftsperspektiven, die sich ihr Selbstwertgefühl dadurch holen, dass sie sich in Gruppen zusammenschließen um Gewalt auszuüben.
Lustgewinn: Gewalttäter aus dem Bildungsbürgertum verfolgen i.d.R. eher das Motiv der Selbstentfaltung. Sie üben Gewalt zur Lustbefriedigung aus. Dabei werden körpereigene Drogen, Endorphine, freigesetzt. Von diesem Gefühl sprechen laut Pilz auch Soldaten im Krieg oder Bereitschaftspolizisten beim Schlagstockeinsatz. Was wir im Rahmen diverser Veranstaltungen zunehmend erleben, ist somit Teil einer jugendlichen Event-Kultur, in der Gewalt als Mittel der Lustbefriedigung und -steigerung eine zunehmende Bedeutung erlangt. Das löst sich immer mehr von kulturellen Inhalten und wird zum Selbstzweck.
Selbstdarstellung: Destruktivität bzw. Gewalt ist das einfachste Mittel um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

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