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de26.01.2012 Hartmannsdorf will private Knallerei generell verbieten

Private Feuerwerke sorgen für Zündstoff
Mit einer zündenden Debatte hat der Hartmannsdorfer Gemeinderat zur jüngsten Sitzung das Verbot privater Feuerwerke von der Tagesordnung katapultiert. Weil es regelmäßig rumst und kracht, ging einigen Hartmannsdorfern ein Licht auf und bei anderen die Alarmglocken an.

"Privaten Feuerwerke haben überhandgenommen", sagt Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU). Mindestens einmal in der Woche kracht es irgendwo im Ort, erleuchten Silvesterraketen und andere Feuerwerkskörper den Himmel. Junge Eltern beklagen sich, dass Kleinkinder aufschrecken, Landwirte, dass Pferde im Schweinsgalopp die Flucht ergreifen, sie selbst um Scheune, Schuppen und Fachwerkhaus bangen.

In Deutschlands historischen Altstädten wird längst auf gefährliche Knalleffekte verzichtet. Hartmannsdorf will nachziehen, offenbar aus gutem Grund. Taufe, Hochzeit, 30. Geburtstag, Einschulung - muss das jedes Mal mit einem Feuerwerk gefeiert werden? Gemeinderat Frieder Flechsig, der als Inhaber einer großen Pension oft Gesellschaften beherbergt, die auch gleich mal ein bombastisches Feuerwerk mitbringen, befürwortet das Verbot. "Ich will es mir mit den Nachbarn nicht verderben. Sie fühlen sich gestört, das muss ich akzeptieren." Brände durch Feuerwerkskörper habe es schon gegeben. Er sieht vor allem ein erhöhtes Risiko für den Ortsteil Giegengrün: "Bis die Feuerwehr im Ernstfall dort ankommt, stehen nur noch die Grundmauern."

Aber nicht alle Gemeinderäte sind für ein totales Verbot von Feuerwerken. Daniel Jung gibt zu bedenken, dass der Ort einerseits im Tourismus seine Zukunft sieht, andererseits aber solche Höhepunkte gleich ausschließt. Auch Gemeinderat Heiko Fröhlich fragt sich, ob man mit dem Verbot nicht zu weit geht: "Was kann einer dafür, wenn er zum Geburtstag ein Feuerwerk geschenkt bekommt? Ich hoffe, wir verbieten nicht auch noch das Feuerwerk zu Silvester." Einige Abgeordnete halten es für bedenklich, nur die private Knallerei zu verbieten und beantragten, auch die professionellen Feuerwerke in die Regelung einzubeziehen. Kerstin Nicolaus meldete allerdings Bedenken an: "Wenn wir auch die professionellen Feuerwerke verbieten wollen, könnte das als Berufsverbot für die Feuerwerker ausgelegt werden."

Um die Problematik noch einmal zu durchdenken, stellte der Rat die Entscheidung zurück. In der nächsten Sitzung wird per Beschluss der kommunale Sprengstoff entschärft.


Hans-Peter Kuppe
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