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de22.02.2012 Feuerwerk und Osterfeuer fallen aus

Bad Saarow/Rauen (MOZ) Die Terminkalender von Bad Saarow und Rauen sind in diesem Jahr jeweils um eine Attraktion ärmer. Sowohl der "Flammende Scharmützelsee" als auch das Osterfeuer in Rauen sind für dieses Jahr abgesagt. Ob sie je wieder stattfinden, scheint ungewiss.

Ansgar Bank vom gleichnamigen Fürstenwalder Festzeltverleih und Partyservice nannte am Dienstag vor allem wirtschaftliche Gründe dafür, dass er sich von den Großveranstaltungen mit jeweils vierstellige Besucherzahlen verabschiedet. "Dafür, dass ich mit Glück eine schwarze Null schreibe, ist der Aufwand zu groß", sagte er. Zudem berge die Organisation zu viele Risiken, da er als Veranstalter "für alles" hafte. Mehrfach seien in der Vergangenheit Klagen und Regressforderungen erhoben worden, unter anderem wegen Ruhestörung. Für das Rauener Osterfeuer müsse er zudem wegen gestiegener Preise 2000 Euro Kosten allein für Holz aufbringen.

Bank kritisierte aber auch zuständige Behörden. Während er die Zusammenarbeit beim Osterfeuer mit dem Amt Spreenhagen als "phantastisch" bezeichnete, äußerte er Unverständnis für das Amt Scharmützelsee, das die Auflagen erhöht habe. "Zuletzt benötigte ich 35 Security-Leute, Feuerwehr, Brandwache, Taucher und Krankenwagen", sagte Bank. Ordnungsamtsleiter Jürgen Knuth wies diese Vorwürfe gestern zurück. "Wir haben nichts anders gehandhabt als früher. Wer die Absage auf solche Sachen schiebt, sagt nicht die Wahrheit", konterte er. Bank wiederum nannte auch strenger gewordene Vorschriften durch das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt für das vom See aus gezündete Feuerwerk.

Der Geschäftsführer der Schifffahrt GmbH, Guido Haß, äußerte Verständnis für den Ausstieg seines Kooperationspartners. "Der Aufwand stand in keinem Verhältnis mehr", sagte er. Eine Organisation in Eigenregie der Schifffahrt kommt für ihn nicht in Frage. "Wir brauchen das nicht für unseren wirtschaftlichen Erfolg, und es ist nicht unser Kerngeschäft." Haß sieht schon seit einigen Jahren einen Abwärtstrend beim "Flammenden Scharmützelsee". "Heutzutage gibt es ein Feuerwerk bei jedem Dorffest und Kindergeburtstag. Vielleicht senkt das die Halbwertszeit einer Veranstaltung wie unserer." Fakt ist jedenfalls: Statt früher mehr als 6000 Gäste kamen im vergangenen Jahr nur noch etwa 3500 an die Freilichtbühne am Erich-Weinert-Platz.

Ganz abschreiben will Haß die Veranstaltung, die stets am zweiten Septemberwochenende stattfand, aber nicht. "Es steht jedem frei, das zu organisieren", sagte er. Zudem könne man sich über ein neues Konzept für 2013 unterhalten. Dazu wäre auch Ansgar Bank bereit. "Man müsste sich mal mit der Gemeinde an einen Tisch setzen", sagte er. Schade finde er es jedenfalls, dass nun "auch die letzte öffentliche Großveranstaltung am Abend" in Bad Saarow wegfalle.


Bernhard Schwiete
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