Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de15.06.2012 "Bengalische Feuer" sind kein Spaß

Abbrennen sogenannter "Bengalos" strikt verboten - Veranstalter droht mit Platzverweis und Strafanzeigen.

Wilhelmshaven/SG - Public Viewing am Pumpwerk: Fahnenmeer, Fan-Gesang, gute Stimmung. Bei sogenannten „Bengalischen Feuern“ hört der Spaß aber auf. Das betonte Veranstalter Michael Reckers auf Anfrage der WZ: „Pyrotechnik jeglicher Art ist definitiv verboten auf dem Gelände. Da gibt es bei uns keine Toleranzgrenze.“

Bei der Übertragung des ersten Spiels der Nationalmannschaft hatten Gäste auf dem Pumpwerk-Gelände sogenannte „Bengalos“ gezündet, die sie trotz Kontrollen am Eingang durch das Sicherheitspersonal auf das Gelände schmuggelten. Beim Spiel Niederlande - Deutschland war es erneut dazu gekommen. Die Verantwortlichen hätten sofort einen Platzverweis erhalten - auch für künftige Übertragungen. Zudem hält sich Reckers vor, Strafanzeige zu stellen.

„Das Zünden von Bengalischen Feuern ist verboten“, erklärt Claudia Wachenfeld als Sprecherin der Stadt Wilhelmshaven. Das Ordnungsamt habe die Problematik durchaus im Blick. Bengalos fallen unter die Kategrorie „pyrotechnische Gegenstände für technische Zwecke“, sind aber für jeden Erwachsenen ab 18 Jahren frei im Handel erhältlich.

Eingesetzt werden sie unter anderem als Schiffs- und Notsignalraketen, Rauchpulver oder Bühnenfeuerwerk. „Sie dürfen ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden“, so Wachenfeld.

Das bestätigt auch die Pressestelle der Polizei: Pyrotechnische Gegenstände fallen unter die Regelungen des Sprengstoffgesetzes. Wer diese auf öffentlichen Plätzen zündet und mitunter andere Menschen gefährdet, macht sich strafbar. Bengallichter erzeugen beim Abbrennen Temperaturen bis zu 2000 Grad. Zudem stelle die Rauchentwicklung ein Gefahr dar, da er gesundheitsgefährdende Stoffe enthalte. Werden andere Menschen durch die Fackeln verletzt, können die Verursacher im schlimmsten Fall wegen schwerer Körperverletzung zur Rechenschaft gezogen werden.

Michael Reckers von der Pumpwerk-Gastronomie will es nicht so weit kommen lassen und denkt über noch schärfere Kontrollen nach. „Das würde aber auf Kosten aller Besucher gehen.“ Der Veranstalter hofft deshalb auf die Vernunft. Feiern könne man schließlich auch ohne Rauch und Feuer.

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