Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

32 Vereine 3082 Unterschriften 2291 Vorfälle 581 Fortschritte

 

de16.07.2012 Front gegen Pyrotechnik

HANNOVER. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV), die vier Spitzenvereine und das Innenministerium haben sich auf einen klaren Kurs gegen Gewalt und Pyrotechnik in Stadien verständigt. „Schon in der nächsten Bundesligasaison werden Polizei und Fußballvereine mit einem abgestimmten Maßnahmenpaket deutlich konsequenter gegen die Täter vorgehen“, kündigte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) nach einem Treffen mit Verantwortlichen von Hannover 96, VfL Wolfsburg, Eintracht Braunschweig und VfL Osnabrück an.

Neben einer besseren Videoüberwachung und Einlasskontrolle unter Einsatz der frisch ausgebildeten Pyrotechnik-Spürhunde solle geprüft werden, wie Täter nicht nur strafrechtlich verfolgt, sondern auch finanziell stärker in die Pflicht genommen werden können. Dazu wäre beispielsweise in den Stadienordnungen die Androhung von Vertragsstrafen in fünfstelliger Höhe eine mögliche Variante.

Der VfL Wolfsburg hat in der vergangenen Saison Geldstrafen in Höhe von insgesamt 7500 Euro an die überführten Täter weitergegeben, die bei Auswärtsspielen in Hamburg und Bremen Feuerwerkskörper abgebrannt hatten. Gegen drei Personen, die zweifelsfrei als Täter überführt worden waren, wurden zudem Ermittlungsverfahren eingeleitet und bundesweite Stadionverbote verhängt. Der Erstliga-Nachbar Hannover hatte ebenfalls die ihm auferlegten Strafen an die Täter weitergegeben.

„Für uns ist klar, dass wir unsere Sicherheitsmaßnahmen konsequenter entwickeln müssen“, erklärte 96-Chef Martin Kind bei der Vorstellung eines neuen Sicherheitskonzepts. Der Bundesligaklub hat in Zusammenarbeit mit dem Partner protec und dem NFV die Firma primetec gegründet. Sie ist vom 1. August an unter anderem für die Sicherheit in der AWD-Arena zuständig. Vorige Saison musste Hannover 96 mehrfach Strafen wegen Pyrotechnik im Stadion zahlen. „Die Pyrotechnik ist schwer zu filzen“, sagte der Klubchef.

Fußball als Familienevent

„Fußball soll doch ein Familienevent bleiben. Deshalb lassen wir es nicht zu, dass Gewalttäter und zündelnde Fußballfans die Gesundheit anderer gefährden“, meinte Schünemann. Geplant ist, die Öffentlichkeit unter anderem mit drastischen Bildern über Gefahren und Verletzungen aufzuklären, die durch Raketen, Böller und Feuerwerk entstehen können. Es sollen aber auch gemeinsam Projekte zur Gewaltprävention gefördert werden. Wenn dadurch irgendwann weniger Polizei und Ordner benötigt werden, zahle sich dies am Ende auch aus. (dpa/rwx)

linklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklink