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de01.08.2012 Wiesbaden: Weniger Genehmigungen für Feuerwerke

Ein Bumm. Ein Knall. Ein bunt erleuchteter Himmel und Ahs und Ohs am Boden. Nach der deutschen Sprengstoffverordnung darf grundsätzlich nur in der Silvesternacht geballert werden. Für alle anderen Feuerwerke braucht man eine Sondergenehmigung. Diese wird nun immer häufiger verwehrt - auch in Wiesbaden.


Feuerwerke, die früher gang und gäbe waren, wie etwa am Theatriums-Samstag, werden heute nicht mehr genehmigt, da sie genau in die Hauptbrutzeit der Vögel fallen. „Darum hat man sich vor zehn, 15 Jahren keine Gedanken gemacht.“

Bis zu 50 Genehmigungen jährlich

Seit einigen Jahren seien die Genehmigungszahlen ziemlich stabil, weiß Mengden zu berichten. In den vergangenen drei Jahren wurden jährlich in Wiesbaden zwischen 40 und 50 Feuerwerke genehmigt. Eine Genehmigung wird versagt, wenn der Abbrennort in einem Landschafts- oder Naturschutzgebiet liegt oder unmittelbar an ein solches angrenzt oder wenn brandschutzrechtliche Belange entgegenstehen, wie etwa erhöhte Waldbrandgefahr, weiß Mengden.

Mittlerweile gebe es aber „interessante Alternativen“, sagt der Umweltamtsleiter. So wurde dieses Jahr zum Beispiel bei der Pferdenacht zum Pfingstturnier ein Boden-Feuerwerk gezündet, das nur etwa 30 Meter in die Höhe steigt, „damit ist der Störradius auf die Umwelt deutlich eingeschränkt“, so Mengden.

Musik zur Lichtshow auf den Kopfhörer

Der Genossenschaftsverband wollte zu seiner Jubiläumsfeier im Kurhaus ein Feuerwerk zünden, was ihm jedoch im Mai verwehrt wurde. Daraufhin wurde eine Lasershow auf dem Bowling Green arrangiert, berichtet Kurhaus-Projektmanagerin Ramona Eytzinger: Jeder der 800 Gäste erhielt einen funkgesteuerten Kopfhörer, auf dem er in individueller Lautstärke die Musik zur Lichtshow verfolgen konnte. „Das war eine tolle Sache, die Gäste waren begeistert und die Umwelt wurde nicht gestört“, sagt sie. Allerdings wäre diese Variante keine Alternative für ein großes Feuerwerk für mehrere Tausend Menschen.

Auch Thomas Fischer setzt sich mit Alternativen für klassische Feuerwerke auseinander. Als Geschäftsführer des Heidelberger Unternehmens „Art &Fire“ hält er die Einschränkungen zum Schutz der Natur aber für "übertrieben".


Nicola Böhme
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