Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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ch15.08.2012 Für Feuerwerke auf Seen sind neu die Statthalter zuständig

Private Grossfeuerwerke machen nicht allen Freude und sorgen manchmal sogar für rauchende Köpfe. So jüngst in Spiez, wo Private dank eines rechtlichen Kniffs ein Grossfeuerwerk steigen lassen konnten.

Damit soll nun Schluss sein, künftig laufen alle Fäden bei den Statthaltern zusammen. Die Regelung tritt 2013 in Kraft, betroffen sind der Thuner-, der Brienzer- und der Bielersee. Die dortigen Statthalter Marc Fritschi, Walter Dietrich und Werner Könitzer werden ab 2013 die Verfahren in ihren Regionen koordinieren.

Dabei sollen die Anstössergemeinden sowie Naturschutzstellen einbezogen werden. Die Öffentlichkeit kann laut Mitteilung des Regierungsstatthalteramtes Thun vom Dienstag vorgängig über ein Feuerwerk informiert werden.

Unmut bei Tierhaltern und Eltern kleiner Kinder

Das üppige Privatfeuerwerk vom 23. Juli in der Spiezer Bucht sorgte für Unmut in der Region, vorab bei Tierhaltern und Eltern kleiner Kinder. Bei der Gemeinde liefen daraufhin die Drähte heiss. Viele Bürger waren erbost, weil sie vorab nicht über die Knallerei informiert worden waren.

Die Gemeinde nimmt gegenüber privaten Feuerwerken eine restriktive Haltung ein. Doch die nur wenige Kilometer weiter am Brienzersee ansässige Feuerwerksherstellerin Hans Hamberger AG hat vom Kanton eine Jahresbewilligung, um Pyrotechnika auf den Seen abzufeuern.

Diese Bewilligung sei allerdings kein Freibrief für Privatfeuerwerke, sondern an Auflagen geknüpft, hiess es daraufhin beim betroffenen kantonalen Amt. Eine davon ist das Einverständnis der Ufergemeinde. Im Fall von Spiez blieb letztlich unklar, ob die Gemeinde denn wirklich auch rechtsgenüglich eingewilligt hatte.

Nach diesem Hin und Her nahm der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi nun Rücksprache mit dem kantonalen Amt, wie aus der Mitteilung vom Dienstag weiter hervorgeht. Demnach werden die Verfahren an den grossen Seen künftig von den dortigen Statthaltern koordiniert.

2004 schaffte es der Knatsch um ein Privatfeuerwerk schweizweit in die Schlagzeilen. Damals spendierte die FC Basel-Mäzenin Gigi Oeri FCB-Trainer Christian Gross ein Feuerwerk zum 50. Geburtstag. Die Stadt Thun hatte den Feuerzauber nicht bewilligt. Daraufhin wurden die Organisatoren des Fests kurzerhand bei einer Nachbargemeinde und beim Kanton Bern vorstellig - und erhielten grünes Licht.


chh/sda
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