Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de03.12.2012 Feuerwerke bei Privatfeiern sollen verboten werden

Schliersee - Nicht wenigen Schlierseern langt’s. Das bunte Geknalle an den SommerWochenenden in der Marktgemeinde hat ihrer Ansicht nach völlig überhand genommen. Nun soll die Gemeinde ausloten, was gegen die Feuerwerke unternommen werden kann.

Mittels einer Unterschriftenliste hatten sich rund 200 Bürger an den Gemeinderat gewandt, und nun kam das Thema auch in der Bürgerversammlung zur Sprache - als schriftlicher Antrag von Maria Faltermann, die von Gerhard Waas vertreten wurde. Die Gemeinde solle keine Ausnahmegenehmigungen mehr erteilen, lautete das Anliegen. Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) erklärte, ziele der Antrag in die falsche Richtung. Denn die Gemeinde erteile keinerlei Genehmigungen. Vielmehr würden die Feuerwerke von professionellen Pyrotechnikern gezündet und seien lediglich anzeigepflichtig. Die Feuerwerker üben ihren Beruf zum Leidwesen der Schlierseer immer öfter in der Marktgemeinde aus.

Diese ist schon längst ein beliebter Hochzeitsort. 161 Mal haben sich heuer Paare im Schlierseer Rathaus das Ja-Wort gegeben. Noch nicht einmal ein außergewöhnlicher Wert. „Wir haben jedes Jahr zwischen 150 und 200 Hochzeiten“, sagt Schnitzenbaumer auf Anfrage. 60 bis 70 davon finden samstags statt - das Standesamt öffnet für Schlierseer Bürger oder für Paare, die hinterher auch im Ort feiern. Und immer häufiger brennen die Gesellschaften ein Feuerwerk ab - nicht nur bei Hochzeiten, sondern zum Beispiel auch bei Geburtstagen und Firmenfeiern.

Waas bat die Verwaltung in der Bürgerversammlung, die Möglichkeiten eines Verbots der Knallerei zu prüfen. Potenzieller Ansatzpunkt: die Bundesemissionsschutzverordnung. Erfolg versprechender erschien dem Landtagskandidat der hiesigen Grünen aber der Weg über den Landschaftsschutz. In der Verordnung zum Schutz des Schliersees und Umgebung könne man womöglich ein Feuerwerk-Verbot verankern. Dies wäre nicht nur ein Beitrag zum Schutz der genervten Menschen und Tiere, sondern auch einer zum ökologischen Tourismus, sagte Waas.

Schnitzenbaumer teilt den Eindruck, dass die Feuerwerke überhand nehmen und kündigte an, dass die Verwaltung die Möglichkeiten eines Verbots ausloten werde. Erlaubt bleiben sollen allerdings die Leucht-Shows bei Großveranstaltungen wie zum Beispiel dem Seefest.

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