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de21.12.2012 Zu laut: Böller bei Prozession verboten

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Fürstenfeldbruck - Nach 20 Jahren dürfen die Böllerschützen nicht mehr bei der Brucker Fronleichnams-Prozession schießen.

Fürstenfeldbruck - Ein bisschen traurig sind die Feuerschützen schon, seit sie erfahren haben, dass die Fronleichnamsprozession im nächsten Jahr ohne sie über die Bühne geht. Immerhin waren sie dabei, seit sich 1993 die Böllergruppe gegründet hat. „Wir haben Pfarrer Thomas Bachmair gefragt, und er war begeistert“, erinnert sich Schützenmeister Bodo Olbrich. Seitdem marschierte die Gruppe in Schützentracht und mit Fahne bei der Prozession mit. An jedem Altar böllerten sie. „Wir haben extra wenig Pulver geladen und standen weit weg“, sagt Olbrich. Doch offenbar nicht weit genug.

„Es haben sich immer wieder Menschen beschwert, weil es so laut und wild ist“, sagt Dekan Albert Bauernfeind. Der Pfarrverbandsrat habe beraten und entschieden, den Feiertag 2013 ohne Böllern zu begehen. Es sei doch eher folkloristisch und passe nicht zu Fronleichnam. Gegen das Böllern am Neujahrstag vor der Klosterkirche spreche dagegen nichts.

Bodo Olbrich verweist auf das Brauchtum. „Böllern ist an Fronleichnam im ganzen Oberland Tradition.“ Diese sei aber in Bruck nicht so fest verankert wie etwa in Berchtesgaden, entgegnet Birgitta Klemenz, Vorsitzende des Pfarrverbandsrats. „Viele Leute sagen, sie können mit der Schießerei nichts anfangen.“ Man bete für Frieden und dann werde geböllert. Zumal sich die Feuerschützen letztes Mal nicht an die Absprachen gehalten hätten. Statt an zwei, hätten sie an allen vier Altären am Prozessionsweg geschossen.

Bodo Olbrich akzeptiert die Entscheidung des Pfarrverbandsrats. „Wenn sich die Mehrheit dafür ausspricht, dann ist es in Ordnung.“ Was ihn aber ärgert: Er habe es nur durch eine Nachfrage im Pfarrbüro erfahren und nicht persönlich vom Pfarrer.

Zu den übrigen Anlässen, Neujahr, dem Volks- und Altstadtfest sowie dem Volkstrauertag werden die Böllerschützen weiterhin schießen. Bei letzterem habe man übrigens früher die Kanone der Stadt abgefeuert, erzählt Olbrich. „Doch wir haben zu viel Pulver rein, die Scheiben haben geklirrt.“

Weil es trotz weniger Stoff vielen immer noch zu laut gewesen sei, böllere man jetzt nur noch. Immer wieder höre er, dass die Salven den Bürgern gefallen würden. „Da kann man auch uns gegenüber ehrlich sein und uns Bescheid geben.“ Nun lasse man den Fronleichnams-Brauch eben einschlafen.

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