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un05.03.2013 Brixen: "Lasershow statt Feuerwerk"

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Brixen - Franz Pattis von der Initiative für ein lebenswertes Brixen hat schon einmal auf die Auswirkungen des Feuerwerks zu Silvester auf die Tierwelt aufmerksam gemacht. Nun schlägt er eine Alternative vor.

So waren etwa die Schwäne, die am Wassergraben der Hofburg leben, dem Feuerwerk direkt über ihren Köpfen schutzlos ausgeliefert und mussten sich vor vom Himmel fallenden und noch brennenden Feuerwerksrückständen unter einer Brücke in Sicherheit bringen. Dort wurden die Schwäne am Morgen nach dem Feuerwerk im Schockzustand und am ganzen Körper zitternd vom Unterfertigten vorgefunden, wie Pattis in einem offenen Brief an die Landesregierung, die Diözese, die Gemeinde, die Polizeiorgane und dem Tourismusverein von Brixen sowie an Gemeindenverbandspräsident Arno Kompatscher, an das Amt für Luft und Lärm, an die Landesumweltagentur und an die Bozner Berufsfeuerwehr erklärt.

Erschwerend komme noch hinzu, dass das von der Gemeinde genehmigte und vom Tourismusverein Brixen organisierte Feuerwerk heuer erstmals direkt am Wassergraben und nicht in der Mitte des Gartens wie in den Jahren zuvor abgeschossen wurde, fügt Pattis hinzu.

„Nach den vielen Protesten im Vorfeld von Silvester wusste man von der Gefährdung der Schwäne und hat trotzdem das Feuerwerk an dieser Stelle abgeschossen. Dieser schwerwiegende Akt hat einen Sturm der Entrüstung in ganz Italien ausgelöst und müsste eigentlich geahndet werden, da die Rechte der Tiere bewusst mit Füßen getreten wurden. Feuerwerke sind nämlich Psychoterror pur gegenüber unseren Tieren und somit Tierquälerei gleichzusetzen“, erklärt Pattis.

Die noch brennenden Rückstände der Raketen des über zehn Minuten dauernden Feuerwerks seien sogar im Innenhof der Hofburg niedergegangen und es habe somit auch Brandgefahr für das historische Gebäude bestanden. Im Ausland seien Feuerwerke in der Nähe von solchen wertvollen antiken Bauten sogar grundsätzlich verboten, so Pattis.

„Brandgefahr bestand bei diesem ziemlich unkontrolliert verlaufenden Feuerwerk auch für die im nordöstlichen Eck des Hofburggartens stehende und als Naturdenkmal ausgewiesene mächtige Zeder. Ich möchte in diesem Zusammenhang an den Großbrand erinnern, der in der Silvesternacht das Appartementhotel „Piz da Lec“ in Corvara zerstört hat und durch einen Feuerwerkskörper verursacht wurde“, ergänzt Pattis.

Er schlägt hingegen vor, 2014 aus Gründen des Umwelt- und Tierschutzes auf das Abschießen eines Feuerwerkes zu verzichten und nach Alternativen zu suchen wie z.B. eine Lasershow. „Eine Lasershow hätte auch den Vorteil, völlig gefahrlos direkt am Domplatz abgewickelt zu werden. Ein solches Spektakel erstmals zu Silvester wäre eine absolute Premiere für Südtirol und würde sicherlich sehr viele Leute nach Brixen locken. Die Feiern zum nächsten Jahreswechsel, bzw. die Silvestermeile, könnten erstmals umweltgerecht im Rahmen eines „Green Events“ ausgetragen werden. Die Gemeinde Brixen ist bekanntlich erst kürzlich für die Durchführung von nachhaltigen Veranstaltungen beim Euregio-Umweltpreis mit dem dritten Rang ausgezeichnet worden“, erklärt Pattis, der in diesem Zusammenhang auch auf den Brixner Faschingsumzug „Gnoccolada“ verweist, der heuer als „Green Events“-Pilotprojekt der Gemeinde durchgeführt wurde.

Wie bei dieser Veranstaltung könnte auch bei den nächsten Silvesterfeiern das Ökoinstitut und das Umweltamt der Gemeinde den Veranstaltern beratend zur Seite stehen, schlägt Pattis vor.

„Brixen könnte somit einmal mehr seinem Ruf als ökologische Musterstadt gerecht werden und eine Vorreiterrolle spielen in der Austragung einer nachhaltigen Feier zum Jahreswechsel. Die Brixner Bewohner sollten nicht mehr viele Stunden unter einer von den Ausstößen des Feuerwerkes entstandenen Schadstoffwolke leben müssen. Bekanntlich soll der Hofburggarten einer sanften und naturnahen Nutzung zugeführt werden. Die jahrzehntelange intensive Bewirtschaftung als Apfel-Plantage mit chemischer Schädlingsbekämpfung hat dem Boden sicherlich schon arg zugesetzt. Hinzu kommen auch noch die Belastungen im Laufe vieler Jahre durch die Rückstände von Feuerwerken in Form von Schwermetallen. Plastikhülsen mit weißen Pulverrückständen und anderes mehr sind auch heuer auf dem gesamten Garten niedergegangen“, so Pattis.

Der Hofburggarten dürfe nicht zu einer Sondermüll-Deponie verkommen und daher sei das Abschießen eines Feuerwerks dort absolut nicht mehr kompatibel mit der Neuerschließung als Erholungszone, meint Pattis.

Aus diesem Grunde ersucht er die Diözese Bozen Brixen als Eigentümer des Hofburggartens, die Verwaltung der Hofburg und die Gemeinde Brixen, welche den Garten gemietet hat, dieses Areal in Zukunft nicht mehr als Abschussgelände für ein Feuerwerk zur Verfügung zu stellen - dies auch aus Rücksichtnahme auf den schwerkranken emeritierten Bischof Karl Golser, dessen Wohngebäude direkt angrenzend am Wassergraben der Hofburg liege.

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