Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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ch05.03.2013 Kein amtlich bewilligtes Fan-Feuerwerk im Letzigrund

Die Stadt Zürich bricht ihre Anstrengungen ab, den Anhängern der Fussballklubs GC und FCZ bei Heimspielen unter strikten Auflagen das Abbrennen von Feuerwerk zu erlauben.

Die Stadt Zürich bricht ihre Anstrengungen ab, den Anhängern der Fussballklubs GC und FCZ bei Heimspielen unter strikten Auflagen das Abbrennen von Feuerwerk zu erlauben. Die geprüften Möglichkeiten kämen bei den Fangruppierungen nicht genügend gut an, schreibt das Schul- und Sportdepartement in einem Communiqué. Vorgesehen war, in einer klar abgegrenzten Sicherheitszone das Zünden von pyrotechnischem Material zuzulassen. Für die Feuerwerkskörper hätten die Anhänger der Klubs im Vorfeld eine Bewilligung der Feuerpolizei einholen müssen. Genehmigt worden wäre nur ungefährliches Bühnenfeuerwerk.

Fehlende Akzeptanz

Am 24. Januar hatte die Stadt in Anwesenheit von Vertretern der GC- und FCZ-Fans, der Feuerpolizei sowie der involvierten Departemente einen Test durchgeführt. Dieser habe die Anhänger der Klubs aber nicht zufriedengestellt, heisst es in der Medienmitteilung. Der ursprünglich geplante Versuch an einem FCZ-Heimspiel entfällt deshalb. Marc Caprez, der Sprecher des Sportdepartements von Stadtrat Gerold Lauber, sagte auf Anfrage, die Rückmeldung der Fans habe gezeigt, dass das Projekt keine tragende Mehrheit finde. Vertreter der FCZ-Anhänger aus der Südkurve hatten den Pilotversuch gefilmt und die Aufnahmen in ihren Kreisen gezeigt. Offensichtlich waren diese nicht angetan von den bewilligungsfähigen Feuerwerkskörpern. "Die diversen Fangruppen des FCZ sind heterogen", sagt Caprez. Da sei es schwierig, einen Konsens zu finden. Die GC-Anhänger ihrerseits wollen gar keine Pyrotechnik legal abfeuern im Letzigrundstadion, sie pflegen dieses Ritual aktuell auch nicht.

Trotz des Abbruchs des Versuchs zieht Caprez eine positive Bilanz. Durch die Einbindung der Fans sei ein Dialog in Gang gekommen, der auf beiden Seiten viel Verständnis erzeugt habe. "Zudem hat die Stadt bei den Beteiligten ein Gesicht erhalten." Die Zusammenarbeit habe eine Vertrauensbasis geschaffen, auf der künftig aufgebaut werden könne.

Weiterhin illegal

In der Praxis bedeute der Projekt-Stopp, dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im Letzigrund illegal bleibe und wie bis anhin gemäss den geltenden gesetzlichen Bestimmungen verfolgt und geahndet werde, betont das Sportdepartement in seinem Communiqué.

Die Swiss Football League hatte von vornherein verständnislos auf den Zürcher Versuch reagiert, das Zünden von Feuerwerkskörpern unter gewissen Bedingungen zu legalisieren.


Andreas Schmid
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