Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de18.05.2013 Sprengstoff-Depots wurden entdeckt - Chaoten schmuggeln Pyrotechnik

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Münster - An mehreren Stellen auf dem Gelände des Preußenstadions sind in den letzten Wochen Depots mit sogenannten Bengalos und Rauchtöpfen entdeckt worden. Die Pyrotechnik wurde offenbar im Vorfeld der Spiele vergraben und unmittelbar vor den Partien wieder ans Tageslicht geholt.

Mindestens drei Menschen sind in der am Samstag zu Ende gehenden Saison im Preußen-Stadion durch Pyrotechnik verletzt worden, auf mehr als 15 000 Euro haben sich die Strafzahlungen des Vereins an den DFB summiert. Nun ist es gelungen, einen Weg der verbotenen und offiziell als „Sprengstoff“ bewerteten Pyrotechnik in das Stadion an der Hammer Straße nachzuvollziehen.

An mehreren Stellen auf dem Stadiongelände sind in den letzten Wochen Depots mit sogenannten Bengalos und Rauchtöpfen entdeckt worden, berichtet Horst Werner Koch, Leiter des Arbeitskreises Stadionsicherheit. Er geht davon aus, dass die Pyrotechnik im Vorfeld der Spiele vergraben und unmittelbar vor den Partien wieder ans Tageslicht geholt wurde. Eines der Depots befand sich in der Nähe von Block O, auf einer Rasenfläche neben einer Fanbude. Zudem gelang es der Polizei, mehrere Fans auf frischer Tat zu ertappen. „Unsere Kollegen haben beobachtet, wie Personen durch den Zaun hindurch Pyrotechnik an Stadionbesucher übergeben“, berichtet Polizei-Sprecher Vorholt.

Nach seiner Einschätzung versuchen Fans „permanent“, das Pyrotechnik-Verbot im Stadion zu umgehen. „Vor allem zwischen Oktober und Dezember kam es massiv zu Zwischenfällen“, berichtet Koch. Nachdem der Verein intensiv auf die Fangruppen eingewirkt hatte, habe sich die Situation jedoch beruhigt. „Bei jedem Zwischenfall mit Pyrotechnik muss der Verein 3000 bis 5000 Euro Strafe an den DFB überweisen“, klagt Roland Böckmann, Sicherheitsbeauftrager des SC Preußen.

Gerade Bengalos seien „supergefährlich“, warnt Koch. „So etwas tut man den Fans und dem Verein nicht an.“ Laut Polizei erhitzen sie sich auf bis zu 5000 Grad und sind nur schwer zu löschen. Wer Pyrotechnik abbrennt, begehe eine Straftat.

Werden solche Fans gestellt, „dann reichen wir die DFB-Strafe weiter“, stellt Böckmann klar. Für das heutige letzte Saison-Spiel gegen Babelsberg hofft er allerdings, dass es auf den Rängen genau so ruhig bleiben wird wie zuletzt.


Martin Kalitschke
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