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de31.05.2013 Strengere Auflagen für Events an der Talsperre Kriebstein

Kreisverwaltung legt offensichtlich strengere Maßstäbe an die Genehmigung von Veranstaltungen
Kriebstein. Die besondere Aufmerksamkeit der Unteren Naturschutzbehörde sorgt für Verunsicherung unter Organisatoren von Sport- und Kulturveranstaltungen an der Talsperre Kriebstein. Betroffen ist vor allem der Zweckverband Kriebsteintalsperre, bei dem die Fäden für viele Events zusammenlaufen. So auch für den ersten Talsperrenlauf rund um den Kriebsteinsee.
"Die Schutzgebietsvorschriften legen uns harte Bandagen an", erklärte Geschäftsführer Fritzsching. Das hat er genauso wie andere Veranstalter in den vergangenen Wochen erfahren dürfen. So verzichtet das Mittelsächsische Theater bei Aufführungen auf der Seebühne in diesem Jahr auf Feuerwerke und unterwirft sich damit den Lärmschutzauflagen. Die gelten zwar schon seit dem Bau der Seebühne, doch noch 2012 krönte jeweils ein Feuerwerk die Operetten-Aufführungen.
Dem Thema Feuerwerk und Lasershow widmete die Kreisbehörde in ihrem Schreiben an Fritzsching gleich mehrere Seiten. Aus artenschutzrechtlicher Sicht sei ein Feuerwerk zwischen März und August nicht zu empfehlen. Eine ganze Litanei an Beispielen wird angeführt, wie schädlich ein Feuerwerk für Tiere ist. Von Panikreaktionen durch Lichteffekte und akustischer Folter ist die Rede. Als Beleg werden Beobachtungen aus Literatur- und Internetquellen angeführt, die sich zwar nicht auf die Talsperre Kriebstein beziehen, aber auf die Reaktion hiesiger Wildtiere übertragbar seien.
Auch die Modellbootbauer der Interessengemeinschaft Waldheim-Kriebstein mussten vor wenigen Wochen erfahren, wie streng die Behörde über das Geschehen auch auf dem Wasser wacht. So berichtete Fritzsching von Problemen bei der Genehmigung der Naturschutzbehörde für die ersten Testläufe der kleinen Hochgeschwindigkeitsboote der Formel-1-Meisterschaft, obwohl deren Original-Vorbilder schon seit Jahren ihre Rennen auf der Talsperre austragen dürfen. Er sei skeptisch, dass die Behörde die Modellrennboote künftig Rennen fahren lasse, sagte Fritzsching. "Wir stehen unter Beobachtung der Behörde", sagte er.
Doch das ist zumindest unter Hobby-Naturschützern umstritten. Zu denen zählt Bernd Jentsch, Initiator des Baumparks in Ringethal, der auch rund um die Talsperre auf den Erhalt der Landschaft achtet und sich dazu auch mit Verwaltungen auseinandersetzt. Nach seinen Erfahrungen reagiert die Behörde mit zweierlei Maß. "Es gibt immer einen Spielraum bei Gesetzen. Ich bin auch für den Naturschutz, aber dann muss mit gleicher Elle gemessen werden", sagte Jentsch. So könne er nicht nachvollziehen, wenn die Behörde bei Kleinigkeiten wie im Fall des Talsperrenlaufes den Naturschutz verteidige, aber nicht reagiere, wenn im Wald an der Talsperre gesunde Bäume offensichtlich ohne Wiederaufforstung gefällt würden oder im Wald eine Zersiedelung stattfinde. Zur Lärmbelästigung zähle für ihn auch, wenn rund um die Talsperre die Kettensägen kreischen, was aber nicht beanstandet werde. Waldbesitzer hätten freie Hand, wenn sie Wanderwege zerstörten.


Jan Leissner
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