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de27.11.2013 Silvesterfeuerwerk - Sicherheit geht vor

Weil vergangenes Jahr zwei Besucher verletzt wurden, muss die Gemeinde den Zugang erstmals kontrollieren.

Türkheim Mitten in der Menschenmenge haben vergangenes Jahr an Silvester Zuschauer selbst Böller gezündet und zwei Menschen verletzt. Das hat nun Folgen für die Marktgemeinde wie Bürgermeister Sebastian Seemüller berichtet:

Was ist vergangenes Jahr genau passiert?

Seemüller: Während des von der Marktgemeinde Türkheim veranstalteten Feuerwerks haben Zuschauer in der Menge selbst Kracher und Raketen abgefeuert. Ein Mann und eine Frau wurden Gott sei Dank nur leicht verletzt. Bei der Frau explodierte der Feuerwerkskörper direkt oberhalb ihres Auges, doch bis auf ein paar Hautabschürfungen an der Stirn ist nichts passiert. Der Mann ist durch einen unkontrollierten Böller am Gehör verletzt worden. Beide Male ist es aber zu keiner Anzeige gekommen.

Dennoch haben die Zwischenfälle nun Folgen für die Marktgemeinde, oder?

Seemüller: Ja, in einer Besprechung mit der Polizei, dem Ordnungsamt und der Firma, die den Event organisiert, hat die Polizei unmissverständlich klar gemacht, dass wir eine Einlasskontrolle an verschiedensten Zugängen einführen müssen. Personen mit eigenen Feuerwerkskörpern dürfen den Veranstaltungsplatz nicht mehr betreten. Die Sicherheit muss bei einer Massenveranstaltung immer oberstes Gebot haben.

Diese Sicherheitsmaßnahmen bedeuten für die Marktgemeinde Türkheim aber sicher zusätzliche Kosten.

Seemüller: Das Gesamtpaket der Veranstaltung mit zehnminütigem Feuerwerk, musikalischer Umrahmung, Moderation, Illuminierung des Schlossareals und Security kostet uns über 9000 Euro, also 2000 Euro mehr als vergangenes Jahr.

Der Marktgemeinderat hat die Silvesterveranstaltung heuer dennoch wieder gebilligt.

Seemüller: Ja, nach eingehender Diskussion hat sich der Marktgemeinderat entschlossen, die beliebte Veranstaltung wieder abzuhalten. Der Beschluss gilt aber nur für dieses Jahr. Wir müssen dringend versuchen, eine höhere Kostendeckung zu erreichen. Die Spendenbereitschaft ist zwar seit Jahren gleich, sie liegt so um die 2500 Euro, doch das ist einfach bei den jetzt gestiegenen Kosten zu wenig.

Schon Altbürgermeister Silverius Bihler, der die gemeinsame Silvesterveranstaltung ins Leben gerufen hat, hatte da eine gute Idee.

Seemüller: Sie sprechen es an. Gedacht war einst, dass sich die Bürger ihr eigenes Feuerwerk sparen sollen und dafür eine kontrolliert abgegebene Feuerwerksshow bekommen. Wenn man bedenkt, dass rund 3000 Zuschauer jedes Jahr zu verzeichnen sind, müsste eigentlich eine bisschen höhere Spendensumme unter dem Strich herauskommen.

Wie können die Bürger für ihr Silvesterfeuerwerk spenden?

Seemüller: Sie können vorab oder nach der Veranstaltung ins Rathaus kommen und ihre Spende an der Kasse bar abgeben. Zudem verschicken wir mit dem Veranstaltungskalender 2014 an alle Haushalte auch einen entsprechenden Überweisungsträger. In der Silvesternacht selbst werde ich heuer erstmals zusätzlich ein Spendenschwein aufstellen. So können die Zuschauer dort ihren Obolus, wenn ihnen die Veranstaltung gefallen hat, abgeben.


Barbara Knoll
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