Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

32 Vereine 3185 Unterschriften 2291 Vorfälle 581 Fortschritte

 

ch25.01.2014 Ende Feuer über der Berner Altstadt

In der Berner Altstadt soll das Abbrennen von Feuerwerk künftig verboten werden. Der Gemeinderat hat ein Reglement verabschiedet. Ziel ist es, die Altstadt vor Bränden zu schützen.

Es geht um den Schutz von Bern. Um den Erhalt der Altstadt, welche in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen wurde. Um dieses Kulturerbe besser vor einer Feuersbrunst zu schützen, hat die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie ein Feuerwerkreglement erarbeitet. Dieses verbietet das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der unteren und oberen Altstadt. Das Steigenlassen von Himmelslaternen wird gemäss Reglement auf dem ganzen Stadtgebiet verboten. Diese Regel gilt ausdrücklich auch am 1. August und in der Nacht von Silvester auf Neujahr, wie der Gemeinderat betont. Widerhandlungen werden mit Bussen von bis zu 5000 Franken bestraft. In Ausnahmefällen, kann das Polizeiinspektorat nach Rücksprache mit der Berufsfeuerwehr Sondergenehmigungen erlassen. Das gilt für Anlässe von öffentlichem Interesse, wie zum Beispiel ein offizielles 1.-August- Feuerwerk der Stadt Bern. Dazu müssen die Veranstalter aber jeweils einen ausgebildeten Feuerwerker zu Rate ziehen.

Erhöhtes Brandrisiko

Die Berner Altstadt weise aufgrund der speziellen Bauweise der Häuser und der schlechten Zugänglichkeit ein erhöhtes Risiko für einen Grossbrand auf, begründet Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). «In der Altstadt können sich Feuer unbemerkt entwickeln und schnell auf benachbarte Gebäude übergreifen.» Für die Feuerwehr ist ein Einsatz in der Altstadt wegen der zahlreichen engen Gassen und Laubengänge besonders schwierig. «Ein Feuerwerksverbot im historischen Kern kennen heute viele Städte, in der Schweiz wie im Ausland», sagt Nause.

Der Gemeinderat trage mit dem Reglement auch dem Umstand Rechnung, dass das Abbrennen von Feuerwerk in den letzten Jahren stark zugenommen habe und das Risiko eines Brandes entsprechend gestiegen sei, so Nause. Zudem komme es immer wieder zu heiklen Zwischenfällen, weil Feuerwerkskörper inmitten von Menschenmassen abgefeuert werden.

«Knallfred»: «Guter Job»

Von der Vereinigung der Altstadtleiste wird das Feuerwerksverbot begrüsst, heisst es in einer Medienmitteilung der Sicherheitsdirektion. Auch Wilfred «Knallfred» Burri zeigt sich zufrieden. Nause habe einen guten Job gemacht, findet der Berner Feuerwerkexperte, der bei der Erarbeitung des städtischen Feuerwerkreglements angehört wurde. «Ich finde es wichtig, dass es nach wie vor möglich ist, ein Feuerwerk abzubrennen, sofern man einen ausgebildeten Feuerwerker beizieht.» Auch das Verbot der Himmelslaternen ist aus Sicht von «Knallfred» sinnvoll. «In bewohnten Gebieten ist das zu gefährlich.» Dennoch bleibt ein Wermutstropfen: «Ich persönlich finde es schade, dass eine Privatperson in der Altstadt nicht mal mehr einen Zuckerstock abbrennen kann», so «Knallfred».

Ausnahmen für «kleines» Feuerwerk seien in der Praxis kaum durchsetzen, entgegnet Reto Nause. «Oft ist den Konsumenten auch gar nicht bewusst, zu welcher Kategorie ihr Feuerwerk gehört.» Deshalb gelte gemäss Reglement grundsätzlich ein Totalverbot.


Ralph Heiniger
linklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklink