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de14.05.2014 Schluss mit der Böllerei: Die Gemeinde Dietingen geht gegen Party-Feuerwerker vor

KREIS ROTTWEIL - Die Gemeinde Dietingen nennt sie rücksichtslos: die Party-Feuerwerker, die anlässlich von Geburtstagen oder Hochzeiten bei privaten Feiern unterm Jahr ein Feuerwerk abbrennen. Was viele von jenen nicht wissen: Sie begehen nach dem Sprengstoffgesetz eine Ordnungswidrigkeit, auf die im Extremfall eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro steht. Dietingen kündigt nun Bußgeldverfahren gegen Unbelehrbare an.

Viele Feuerwerker, wie die Gemeindeverwaltung die Dietinger Partyzündler nennt, argumentierten, dass es sich um eine einmalige Sache handeln würde, wie beispielsweise um eine Überraschung zu einer Hochzeit oder zu einem runden Geburtstag. "Aber auch dies ist eine große Rücksichtslosigkeit gegenüber denjenigen, die sich beeinträchtigt fühlen oder im Sinne der Allgemeinheit und den geltenden Rechtsnormen an die Regeln halten", teilt das Bürgermeisteramt mit. Auch Feuerwerk am frühen Abend vor 22 Uhr ist demnach unzulässig und gefährlich. Es gilt nämlich: Außer in der Silvesternacht können Feuerwerke während des gesamten Jahres nur auf Anmeldung und nach Genehmigung abgebrannt werden. Ausnahmslos.

Bürgermeister Frank Scholz sieht es so: "Stellen Sie sich vor, jeder unserer rund 4000 Bürger würde nur ein einziges Mal im Jahr einen 'absoluten Ausnahmefall' für sich geltend machen - wie häufig dann die unerlaubten Feuerwerke stattfinden würden." Dabei sei jedes einzelne unerlaubte Feuerwerk während des Jahres bereits eine Belastung für die Betroffenen.

Die Betroffenen, das sind die anderen, nicht die, die feiern. Scholz gibt zu bedenken, dass sich an Feuerwerken nur wenige, direkt an der Feier beteiligte Gäste, erfreuen. Weitaus mehr Bürgerinnen und Bürger werden durch

plötzlichen Lärm und Feuerschein stark beeinträchtigt. Kleine Kinder werden aus dem Schlaf gerissen und ängstigen sich. So mancher Mitbürger wird um den Schlaf gebracht." Nicht zu unterschätzen sei auch die Verletzungs- und Brandgefahr durch Feuerwerk, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme aus dem Dietinger Bürgermeisteramt. Hinzu komme eine große

Beeinträchtigung der nachtaktiven Wildtiere wie beispielsweise geschützte Fledermausarten. Auch für Haustiere seien Feuerwerke äußerst schädlich. Die Tiere könnten sich dem plötzlichen Krach nicht entziehen, denn: welcher Hund und welche Katze kann sich schon die Ohren zuhalten.

Die Gemeinde will nun durchgreifen und droht Bußgeldverfahren an. Dabei kann sie gegen den Verursacher schlicht wegen Ruhestörung vorgehen. Sie kann sich aber im Einzelfall auch auf das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz - SprengG) stützen. Demnach begeht eine Ordnungswidrigkeit, wer explosionsgefährliche Stoffe verwendet. Die Strafe: bis zu 50.000 Euro Buße.

Nach Paragraf 43 Sprengstoffgesetz können Gegenstände - also übrige Knaller, beispielsweise - eingezogen werden. Sie können Beweismittel werden in einem Bußgeldverfahren oder auch nur weggenommen werden, um eine weitere Knallerei zu verhindern.


gg
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