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at27.06.2014 Briefkästen gesprengt: Zur Strafe Abrackern für das Gemeinwohl

Neujahrsnacht auf den 1. Jänner 2014: Drei Burschen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren machen das Leiblachtal unsicher. Auf dem Rücksitz ihres Pkw Raketen und Böller-Ketten. Ihre Spritztour von Mitternacht bis 6 Uhr morgens dient nur einem Zweck: So viele Briefkästen wie möglich zu sprengen. Insgesamt zwanzig solcher zerstörten Kästen lassen sie in einer Feuerspur von Hörbranz bis nach Lochau zurück – und eine brennende Mülltonne.
Es ist einfach so über uns gekommen.
einer der angeklagten

Irgendwann hat die Polizei einen der Täter im Visier, lädt ihn als Verdächtigen auf das Revier, und der 15-Jährige plaudert aus.
Über 10.000 Euro Schaden

Freunde waren es gewesen. Und eine dumme Idee. Gestern fand für das Trio der Termin am Landesgericht Feldkirch statt. Anklage: Sachbeschädigung in Höhe von mehr als 10.000 Euro. Richterin Angelika Prechtl-Marte wollte von jedem einzelnen der Beschuldigten sein ganz persönliches Motiv wissen. Da war bei jedem etwas von einer „gemeinsamen Idee aus Langeweile“ zu hören. „Es ist einfach so über uns gekommen“, sagte einer.

Schon bald hätten sie den „Streich“ bereut und sich bei den Geschädigten entschuldigt, und teilweise auch den Schaden bezahlt. „Mama hat schon was eingezahlt“, sagte ein weiterer.

„Irgendwie witzig“

Jeder bekannte sich „teilschuldig“. Einer meinte zusätzlich zum Motiv: „Ich fand das Ganze irgendwie witzig.“ „Lachen Sie heute auch noch darüber?“, wollte die Richterin wissen, und: „Ich denke, heute ist es Ihnen vergangen.“ Wie er sich denn die Schadensgutmachung vorstelle, fragte sie denselben. „Weiß nicht, vielleicht Rasen mähen . . .?“

„Da müssten Sie bei dem Schaden ganze Felder mähen“, entgegnete Prechtl-Marte. „Wenn Sie überhaupt jemand mähen lässt – aus Angst, Sie könnten den Rasenmäher in die Luft sprengen.“

Dennoch entschied sich die Richterin für die Möglichkeit der Diversion. Die zwei Hauptangeklagten wurden zur Leistung von je 60 Sozialarbeitsstunden verdonnert, der Dritte im Bunde muss vierzig Stunden fürs Gemeinwohl abrackern.


Gerhard Sohm
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