Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de07.03.2015 Strafverfahren vor Landgericht: 12 Tonnen Böller im Schuppen gelagert

OTTENSTEIN/MÜNSTER. Zwölf Tonnen Pyrotechnik hatte ein Niederländer in einem Schuppen gelagert - ohne eine Genehmigung, mitten in Ottenstein. Das war Anfang vergangenen Jahres nur zufällig aufgefallen. Das Amtsgericht Ahaus verurteilte den Mann. Der ging in Berufung. Das Landgericht Münster bestätigte gestern das Urteil, minderte allerdings das Strafmaß: 8000 Euro Strafe kommen auf den Mann zu.

An der Sache an sich sei nicht zu rütteln, das stellte der Richter gleich zu Beginn des Berufungsverfahrens klar: Es habe sich zwar um legales Feuerwerk gehandelt, die Menge hätte aber genehmigt werden müssen.

Ganze zwölf Tonnen der gefährlichen Feuerwerkskörper hatte der Mann ohne eine Genehmigung in einem einfachen Schuppen an der Solmsstraße gelagert. Das war bei einer eher zufälligen Kontrolle aufgefallen. Deswegen war der Autohändler aus Ochtrup schon im vergangenen September vom Amtsgericht Ahaus zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen à 80 Euro verurteilt worden.

"Zwischenlagerung"

Er habe die Böller und Raketen auch nur für eine Bekannte zwischengelagert, die entsprechende Läden betreibe, erklärte der 48-Jährige dem zuständigen Richter. Diese Erklärung änderte jedoch nichts an der Einschätzung des Gerichts: "Das wird sie auch nicht retten", entgegnete der Richter trocken.

Weil sich die Anzahl der Tagessätze an der Tatschwere orientiert und diese am Freitag also nicht in Frage stand, einigten sich die Parteien schnell, die Berufung auf die Höhe des Tagessatzes zu beschränken. Diese richtet sich nach dem Einkommen. Vor dem Landgericht führte der selbstständige Autohändler an, nur etwa 1600 Euro im Monat zu verdienen.

Die Höhe des Tagessatzes stellte sein Anwalt in das Ermessen des Gerichts. Mit seinem Urteil entsprach der Richter dann dem Antrag des Staatsanwalts, der einen Tagessatz in Höhe von 50 Euro gefordert hatte. Damit gewährte das Gericht dem Mann sogar noch einen geringfügigen Nachlass von ein paar Euro, weil dieser glaubhafte Angaben über seine Einkünfte gemacht und "nicht noch runtergerechnet" habe.

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