Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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unÜber den "gesetzwidrigen Unfug“ des "Neujahr-Anschießens"

Bekanntmachung des Bludenzer Bürgermeisters (A)

Gemeinschaftlich durch Trommeln, Klopfen, Peitschenknallen oder Schreien erzeugter Lärm sollte insbesondere in den Rau- oder Rauchnächten, zu denen auch die Silvesternacht gehörte, helfen, Dämonen fernzuhalten. So weit der Schall reicht, glaubte man, seien geisterhafte Wesen und Hexen machtlos.

Eine neue Qualität erhielt dieses von der Ethnologie als „Lärmbrauchtum“ bezeichnete Treiben mit der Erfindung und Verbreitung des Schießpulvers. Seit dem 16. Jahrhundert wurde es vielerorts üblich, das alte Jahr in der Silvesternacht aus- und das neue am Neujahrstag einzuschießen. Verwendet wurden Schusswaffen, aber auch speziell zu diesem Zweck hergestellte Geräte wie Böller oder Prangerstutzen.

Um 1700 ergingen in einigen Territorien des Heiligen Römischen Reichs erste Mandate, die das Schießen zu Neujahr, aber auch zu Hochzeiten und ähnlichen Anlässen als „nutzlos“ bezeichneten und wegen der Unfallgefahr untersagten. An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert häuften sich schließlich solche Verbote.

In diesem Sinn wies das Landgericht Sonnenberg am 30. Dezember 1820 den Magistrat der Stadt Bludenz an, den in einigen Gemeinden nach wie vor geübten „gesetzwidrigen Unfug“ des „Neujahr-Anschießens“ zu unterbinden. Mit einer Bekanntmachung vom 7. Dezember 1823 [!] kam Bürgermeister Schedler dieser Aufforderung nach und erklärte, „dass gegen die Uebertretter, wenn sie auch erst nach der Handlung bekannt werden“, unnachsichtig vorgegangen werde.

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