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de14.06.2015 Höchstens ein Feuerwerk pro Monat

Stadtrat erweitert Beschluss von 2010
Feuerwerke dürfen in Prichsenstadt ab sofort pro Ortsteil nur noch einmal monatlich stattfinden und müssen zukünftig eine halbe Stunde nach Mitternacht beendet sein. Das beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend mit dem knappen Ergebnis von 6:5. Vorausgegangen war eine kontroverse Debatte, und die Meinungen der Räte gingen weit auseinander.


Hintergrund für diesen Beschluss ist, dass seit einigen Wochen bei der Verwaltung immer mehr Anfragen zur Genehmigung von privaten Feuerwerken eingetroffen sind, sagte Bürgermeister René Schlehr. Für ihn Grund genug, einen Ratsbeschluss aus dem Juni 2010 in der Ratssitzung am Donnerstagabend unter die Lupe nehmen zu lassen. Der besagt, dass die privaten Feuerwerke sowohl in Prichsenstadt als auch in den Ortsteilen nur bis 0:30 Uhr gestattet und auf Hochzeiten, Jubiläen und Geburtstage beschränkt sind.

Bei diesem Beschluss, so der Bürgermeister, „sind keine weiteren Voraussetzungen genannt worden, theoretisch könnten diese Feuerwerke mehrmals die Woche stattfinden, und ich empfinde schon ein Feuerwerk pro Woche, mehrere Wochen nacheinander, als nicht zumutbare Belastung für die Bevölkerung“. Immerhin sei Prichsenstadt nicht nur eine Touristenstadt, „Prichsenstadt ist auch ein Wohnort“. Ob denn konkrete Beschwerden vorliegen, wollte Ratsmitglied Wolfgang Brosche wissen, „wenn wir Wert auf Tourismus legen, sollten wir sie auch zulassen, ich sehe sie eher als Hingucker und würde warten, bis tatsächlich Beschwerden vorliegen“. Das sei bislang noch nicht der Fall gewesen, so Schlehr, „aber es rufen immer wieder Leute an und fragen, ob das jetzt wirklich wieder sein müsse“. Feuerwerke würden auch in Volkach, das „mehr touristisch ist als wir“, auch nicht so einfach genehmigt, wandte Ratsmitglied Helmut Happel (Feuerwehrkommandant in Stadelschwarzach) ein. In anderen Orten würden nachts die Kirchturmglocken abgeschaltet, wenn sich jemand beschwert, „und wir genehmigen diese Feuerwerke“.

Wenig erfreut über die lauten Feuerwerke zeigte sich auch Ursula Reiche. Anschauen würde sie die Feuerwerke schon lange nicht mehr, „die stören mich einfach in meinem Schlaf, denn dort, wo ich wohne, ist es dann wirklich laut“. Am Ende der Debatte standen drei Anträge zur Abstimmung an. Alexander Kühnl (CSU) hätte gern zwei Feuerwerke pro Monat und Ortsteil, Ende um 0:30 Uhr (3:8 abgelehnt), Fabian Uhl zwei pro Monat und Ortsteil, Ende 23 Uhr (5:6 abgelehnt) und der von der Verwaltung (ein Feuerwerk pro Ortsteil und Monat, Ende 0:30 Uhr), der mit 6:5 angenommen wurde.

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