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at01.07.2015 Land Kärnten will Schadstoffe bei Feuerwerk messen

Durch Feuerwerk freigesetzte Schadstoffe wie HCB beunruhigen Südkärntner. Land will Messungen bei "See in Flammen" durchführen.

Am Freitag ist es wieder so weit: zahlreiche Feuerwerkskörper werden den Klopeiner See bei "See in Flammen" zum Leuchten bringen.
Das Feuerwerk sei zwar schön, soll aber nicht gerade gesund sein: "Es ist gesundheitsschädigend. In den Knallkörpern sind viele Schadstoffe wie Arsen und Barium enthalten. Der Feinstaub belastet die Atemwege und der ganze Dreck fällt natürlich in den See, in dem gebadet wird. Zudem werden die Tiere verschreckt", sagt Ingo Wachernig, Arzt in Unterburg, der mit 16 Mitstreitern aus dem Bezirk ein Umdenken herbeiführen will.

Hexachlorbenzol

Christian Kulterer von "So schmeckt Kärnten" zeigt sich ebenfalls besorgt: "In den Feuerwerkskörpern ist nach wie vor das hochgiftige Hexachlorbenzol (HCB) enthalten." Seine Befürchtungen bestätigt Greenpeace in einem Schreiben, in dem es heißt, dass "es dafür einen, eher hohen, Grenzwert der EU gibt, der schlecht kontrolliert werde. Im HCB belasteten Görtschitztal sollten Feuerwerke ohnehin vermieden werden."

Messungen geplant

Um auf Nummer sicher zu gehen, wird das Land Kärnten am Freitag beim Feuerwerk am Klopeiner See erstmals Feinstaub- und HCB-Messungen durchführen. "Erst danach können wir sagen, ob das Feuerwerk gesundheitsschädigend ist", sagt Umweltreferent und Landesrat Rolf Holub (Grüne). Laut Greenpeace sollten derartige Messungen ungefähr eine bis zwölf Stunden danach durchgeführt werden. Im Wasser zu messen, habe weniger Sinn, da es hier sofort zu einer Verdünnung komme.
Nach Einschätzung von Experten ist bei einem einmaligen Feuerwerk – selbst wenn einzelne nicht gesetzeskonforme Feuerwerkskörper eingesetzt werden – von keinen nachteiligen Belastungen für Gesundheit und Umwelt durch HCB auszugehen, heißt es seitens des Umweltbundesamtes. Bei durchgeführten Kontrollen im Jahr 2012 zeigten etwa zehn Prozent der getesteten Feuerwerkskörper eine Überschreitung des erlaubten HCB-Grenzwertes.
Im Gegensatz dazu ergaben Messungen, die ein paar Jahre zuvor in verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten durchgeführt wurden – unter anderem auch in Österreich – noch eine Überschreitungsrate von 25 Prozent.

Gesündere Alternativen

“Wenn es Alternativen für das Feuerwerk gibt, würde es laut den Tourismusverantwortlichen im nächsten Jahr eingestellt werden", sagt Wachernig. Er könne sich als Alternative, Lagerfeuer mit Musik und beleuchteten Booten vorstellen. Kulturer schlägt vor, dass Pianist Ingolf Wunder ein musikalisches Konzept erstellt.
"Die Feuerwerke werden peinlich genau von der Behörde kontrolliert. Wir haben vergangenes Jahr die Feuerwerke am Turnersee eingestellt", sagt Helmuth Micheler, Geschäftsführer der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten GmbH. Tourismusvorsitzender Michael Mateidl: "Der Tourismusverband überdenkt jährlich seine Veranstaltungen. Im Herbst werden jene für 2016 geplant."

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