Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de30.06.2015 Feuerwerk steht auf dem Prüfstand

Neuburg. Wenn am Samstag die Raketen steigen, schaut auch ein Biologe nach oben - aber nicht zu den sprühenden Funken, sondern zu den Vögeln. Und die wird er zählen.

Das Feuerwerk am zweiten Wochenende, das traditionell zur Musik des Steckenreitertanzes über der Donau erstrahlt ist der Höhepunkt des Schlossfestes. Ob es 2017 wieder stattfindet, hängt am kommenden Samstag entscheidend von einem Mann ab. Ein Biologe muss vor, während und nach dem Feuerwerk die Vögel an der Donau zählen. Kommt er zu dem Ergebnis, dass die Tierwelt durch das Spektakel in erheblichem Maße gestört wird, wird die Regierung von Oberbayern in den kommenden Jahren voraussichtlich keine Genehmigungen mehr für das Feuerwerk erteilen.

Standortwechsel wegen strengerer Sicherheitsauflagen

Grund für die Vogelzählung ist, dass sich der Standort, von dem aus das Feuerwerk abgeschossen wird, geändert hat. Weil sich die gesetzlichen Abstandsregelungen verschärft haben, dürfen die Pyrotechniker die Raketen nicht mehr von der Leopoldineninsel aus abfeuern, sondern müssen sich auf der anderen Donauseite auf Höhe Überlauf positionieren. Dort beginnt allerdings ein Vogelschutzgebiet. Deshalb wurde die Untere Naturschutzbehörde von der Regierung von Oberbayern, die das Feuerwerk genehmigen muss, aufgefordert, Stellung zu beziehen.

Werden Vögel oder Fledermäuse durch das Feuerwerk gestört?

Normalerweise, so erklärt Abteilungsleiter Siegfried Geißler, müsste ein Biologe ein Gutachten erstellen, in dem er etwa darlegt, welche Vögel dort durch das Feuerwerk gestört werden könnten, welche brütenden Vögel in Gefahr wären oder ob Fledermäuse beim Jagen irritiert werden. Weil sich eine solch umfangreiche Untersuchung in der Kürze der Zeit aber nicht mehr realisieren lasse, wählte die Behörde die kleine Variante.
Am Samstag nun soll ein Fachmann eine Stunde vor, während und eine Stunde nach dem Feuerwerk seine Beobachtungen zu Papier bringen. Das sei ein geringer Aufwand zu einem überschaubaren Betrag, wie Geißler sagt. Hauptsächlich gehe es um Eulenvögel, Käuze und verschiedene Fledermausarten, die nachts an der Donau unterwegs sind. „Natürlich werden sie durch das Feuerwerk gestört sein. Aber ich hoffe, dass sie sich schnell wieder beruhigen werden.“ Wenn das so ist – wovon Geißler ausgeht –, würde kommenden Schloßfest-Feuerwerken nichts im Weg stehen. Wenn dem allerdings nicht so ist, könnte die Regierung künftige Genehmigungen versagen.

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