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de17.07.2015 Kyffhäuserkreis: Strengere Regeln für Feuerwerk

Fakt ist: Das Abbrennen von Feuerwerk ist in Deutschland grundsätzlich nur am Silvester- und Neujahrstag erlaubt. Was viele trotzdem nicht davon abhält, zum Jahresende ein paar Raketen oder auch mal eine ganze Batterie zu bunkern und es bei einer Feier im Sommer krachen zu lassen.

Eine Ausnahmegenehmigung für so ein Feuerwerk außerhalb der Reihe kann man zwar beim Thüringer Landesbetrieb für Arbeitsschutz und technischen Verbraucherschutz beantragen. Die Aussichten auf Erfolg sind aber vage. Denn nach etlichen Beschwerden hat das Thüringer Sozialministerium mit einem Erlass die Regeln für die Genehmigung privater Feuerwerke noch mal deutlich verschärft.

Geburtstagsfeiern bei unter 90 Jahren, Hochzeits- und andere Jubiläen bei unter 50 Jahren sowie Vereins-, Dorf- und Heimatfeste zählen seitdem nicht mehr zu den besonderen Anlässen, „die einen positiven Bescheid unserer Behörde begründen würden“, schrieb der Landesbetrieb an die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden und bat sie, den Bürgern eher von solchen Anträgen abzuraten.

Denn auch wenn sie abgelehnt werden, bekommt man für den Bescheid Verwaltungskosten in Rechnung gestellt.

In der Realität allerdings sei es schwer, für das nicht genehmigte Abbrennen von Feuerwerk überhaupt eine Strafe zu verhängen, sagt Antje Große, Leiterin des Stadt-Ordnungsamtes in Artern. Denn wenn nachts irgendwo Raketen aufsteigen, ist erstens wahrscheinlich kein städtischer Ordnungshüter im Dienst, und er hätte zweitens kaum eine Chance, den Ursprung des Funkenregens ausfindig zu machen. So lange niemand seinen Nachbarn direkt anzeigt, hat das eigenmächtige Feuerwerk für den Verursacher also keine Folgen.

Und konkrete Anzeigen hat Antje Große in diesem Zusammenhang in Artern noch nicht erlebt. „Da gibt es allenfalls mal allgemeine Aufregung, aber keine direkten Beschwerden“, sagte sie im TA-Gespräch.

Seit die Verwaltungsgemeinschaft Mittelzentrum aber im vergangenen Jahr aber zwei offizielle Anzeigen gegen konkret benannte „Feuerwerker“ an den Landesbetrieb für technischen Verbraucherschutz weiterleitete, herrscht weitestgehend Ruhe.

Ein ganz anderes Problem sieht Bürgermeister Norbert Enke (BfH) in Heldrungen. Auf der hiesigen Wasserburg treffen sich oft große Festgemeinschaften, die nicht selten auch ein Feuerwerk abbrennen lassen. Für die Feiernden sei das krachende Feuerwerk zweifellos ein schöner Höhepunkt. Doch für die Anwohner, die es immer wieder erlebten, sei es mitunter nicht mehr schön.

Da Feuerwerk so preisgünstig geworden sei, werde es mitunter geradezu inflationär betrieben, so Enke: „Wenn sie heutzutage 250 Euro ausgeben, haben sie locker ‘ne Viertelstunde fröhliche Weihnacht.“ Heldrungen habe jetzt eigene, strengere Auflagen für den krachenden Sternenzauber erlassen.

Auch genehmigtes Feuerwerk muss demnach bis 22 Uhr erledigt sein und darf nicht länger dauern als fünf Minuten.

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