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de21.10.2015 Rechte Böller-Werfer erhalten Bewährungsstrafen

DORTMUND / EMMERDINGEN Während einer Demonstration in der Innenstadt hatte ein Neonazi im August 2013 Böller in eine Gruppe von Gegendemonstranten und auf Polizisten geworfen. Der Täter verletzte sechs Personen. Vor dem Amtsgericht im badischen Emmerdingen musste er sich jetzt mit zwei Komplizen verantworten.

Das Amtsgericht Emmendingen in Südbaden hat am Mittwoch (21. 10.) drei Männer zu Freiheits- und Geldstrafen verurteilt, weil sie unerlaubt Sprengstoff hergestellt, aufbewahrt oder transportiert haben. Das Trio hatte im August 2013 im Zuge eines Besäufnisses - aber auch hinterher - unter anderem darüber gesprochen, ob man eine Rohrbombe an einem Modellflugzeug befestigen und damit ein antifaschistisches Jugendcamp angreifen könnte.

Knallkörper auf Nazi-Gegner geworfen

Der Bombenbastler Dirk E. (44) aus dem Kreis Emmendingen wurde zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, der Aufbewahrer und Transporteur des Sprengkörpers Sascha H. (26) zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Der dritte Angeklagte Oliver R. (25) wurde zusätzlich wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt.

Oliver R. hatte einen der vom Bombenbastler gefertigten Knallkörper am 31. August 2013 in Dortmund auf Gegendemonstranten eines Nazi-Aufmarsches geworfen, sechs Personen wurden dabei verletzt. Die Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Keine Vorstrafen

„Das waren Kackaktionen“, sagte der Böllerwerfer Oliver R. in seinem Schlusswort, er wolle sich dafür entschuldigen. Das Gericht berücksichtigte in zwei Fällen fehlende Vorstrafen und dass die Angeklagten geständig waren. Amtsrichter Günter Schmalen blieb mit seinen Strafen deutlich unter den Anträgen des Staatsanwaltes. Die Vertreterin des Nebenklägers – ein in Dortmund Verletzter – kritisierte, dass die politischen Hintergründe im Prozess weitgehend ausgeblendet wurden.

Bekannter verständigte die Polizei

„Die Angeklagten waren dabei, sich zu radikalisieren“, erklärte Rechtsanwältin Angela Furmaniak. Den ersten Schritt zur Tat hatte nach den angeblichen „Schnapsideen“ einer gemacht und wahrscheinlich wäre es dabei nicht geblieben. Dass am Ende nicht mehr daraus wurde, ist einem Bekannten der Angeklagten zu verdanken, der die Polizei verständigte, als er von den Sprengkörpern und den Gedankenspielen für ihre Anwendung erfuhr. Das war kurz nachdem der Angeklagte R. in Dortmund den Böller geworfen und fünf Menschen verletzt hatte.

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