Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

32 Vereine 3078 Unterschriften 2291 Vorfälle 581 Fortschritte

 

de20.11.2015 Bayern-Fans kündigen Verzicht auf Pyrotechnik an

Nach der Absage des Fußball-Länderspiels ist die Anspannung groß. Fans zünden vor und in den Stadien immer wieder Knallkörper. An diesem Bundesliga-Spieltag soll das anders sein.

Sie sind in den Stadien immer wieder zu hören. In der Champions League, in der Bundesliga, im DFB-Pokal. Der Knall von explodierenden Böllern, so laut wie Kanonenschläge. Schon vor den Terroranschlägen von Paris ließen diese Geräusche Zuschauer erschrecken.

Einige Fans der Klubs zünden sie, weil es ihrer Meinung nach für Stimmung sorgt. Weil sie Präsenz demonstrieren wollen. Nach der Absage des Länderspiels in Hannover wegen Terrorgefahr könnten solche Geräusche in den Stadien der Bundesliga gerade am kommenden Wochenende für Ängste sorgen, im schlimmsten Fall für Panik. War das eine Explosion? Wieder eine Bombe – wie in Paris? Diese Fragen würden aufkommen.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz der Bundesländer, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz, betont in einer gemeinsamen Stellungnahme mit der Deutschen Fußball Liga (DFL): "Unsere Sicherheitsbehörden stehen in engem Kontakt mit der Deutschen Fußball Liga und den Vereinen. Ich möchte aber heute ganz bewusst an die Fans appellieren: Ich weiß, dass viele das Zünden von Pyrotechnik und Böllern bei Spielen für selbstverständlich halten. Ich halte es grundsätzlich für zweifelhaft. In der aktuellen Lage wäre es aber geradezu fahrlässig. Liebe Fans, lasst die Pyrotechnik zu Hause, ihr helft in dieser angespannten Sicherheitslage damit der Polizei!"

Das Topspiel des 13. Spieltags steigt Samstag (18.30 Uhr, Sky und "Welt.de") in Gelsenkirchen, der FC Schalke 04 empfängt den FC Bayern. Die mitreisenden Fans der Münchner werden keine Böller oder Pyrotechnik zünden. Davon geht zumindest Wolfgang Martin vom "Club Nr. 12" aus, der größten Fanvereinigung rund um den FC Bayern.

Er sagt im Gespräch mit der "Welt": "Wir stehen dem unkontrollierten Abbrennen generell sehr kritisch gegenüber. In der Südkurve in München ist das tabu. Gerade in diesen Tagen ist es generell noch weniger angebracht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bayern-Fan am Wochenende einen Knallkörper zündet. Damit riskiert er einen Spielabbruch und würde seinem eigenen Verein schaden. Ich denke, bei uns sind alle nach den Geschehnissen der vergangenen Tage äußerst sensibilisiert."

Verschärfte Einlasskontrollen auf Schalke

Eine Choreografie in Gedenken an die Terroropfer ist nicht geplant. Martin erklärt: "Choreografien sind uns auswärts sowieso sehr oft verboten. Die Einlasskontrollen auf Schalke werden an diesem Wochenende mit Sicherheit noch härter sein als ohnehin schon. Es wird daher nicht möglich sein, Spruchbänder mitzubringen. Etwas großes Organisiertes wird es nicht geben."

linklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklinklink