Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de24.04.2016 Stadt will Feuerwerk in Innenstadt verbieten

Die Stadt Göttingen will Böller und andere Feuerwerke in der gesamten Innenstadt verbieten - vor allem in der Silvesternacht. Der städtische Ordnungsdienst soll dann gemeinsam mit der Polizei stärker als bisher kontrollieren - besonders am zentralen Markt und mit Videoüberwachung.

Mit diesem Maßnahmenpaket reagieren Stadtverwaltung und Polizei auf das zunehmende Chaos in der Silvesternacht mit vielen gefährlichen Situationen vor allem am Alten Rathaus. Im Fachausschuss für allgemeine Angelegenheiten am kommenden Montag sollen die Ratspolitiker zustimmen. Allerdings müssten noch einige Details abgestimmt werden, ergänzte Rainer Nolte, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Göttingen.

Ohrenbetäubendes Krachen, zischende Raketen und Dauerknallen hatten auch die vergangene Silvesternacht 2015/16 am Gänseliesel in der Innenstadt geprägt. Immer wieder wurden Raketen auf Menschengruppen und umstehende Gebäude abgefeuert. Mindestens eine Person musste medizinisch versorgt werden, in einigen Straßen gab es beschädigte Fensterscheiben. Die Polizei bestätigte später „schwierigen Verhältnissen“ und eine „gewohnt unübersichtliche“ Situation. Im Jahr davor hatten Feiernde auch Feuerwehrfahrzeuge und Retter gezielt mit Raketen beschossen. Vorfälle, die die Politik nicht mehr hinnehmen will. Mehrere Fraktionen forderten strengere Kontrollen. Denn auch bisher dürfen pyrotechnische Gegenstände im Umfeld von Kirchen, Altenheimen, Schulen, Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen nicht gezündet werden. Damit ist die Innenstadt faktisch tabu - viele halten sich allerdings nicht daran.
„Zur Eindämmung und Verhinderung möglicher Gefahrensituationen“ will die Stadtverwaltung Feuerwerke der Kategorie 2 jetzt per Verordnung innerhalb des Walls verbieten. Ordnungsdienst und Polizei sollen an Silvester schon ab frühem Abend kontrollieren und gegebenenfalls Verwarnungsgelder verhängen. „Konkret“ sollen sie im Bereich des Alten Rathauses die Situation überwachen, Störer per Video festhalten und bei Bedarf Verfahren einleiten. Schützen will die Verwaltung damit laut Beschlussvorschlag Menschen vor Verletzungen, aber auch die überwiegend mittelalterliche Bausubstanz vor Feuer.

Polizei-Einsatzchef Nolte bestätigte die gemeinsame Aktion mit der Stadt. Dafür werde die Polizei auch ihr Personal in der Silvesternacht verstärken müssen - „ohne geht es nicht“.
Der Ausschuss für allgemeine Angelegenheiten tagt am Montag, 25. April, ab 16 Uhr in Raum 126 im Neuen Rathaus.

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