Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de05.01.2017 Stille Silvester an der Nordsee

Auf Amrum herrscht ein komplettes Feuerwerks-Verbot bereits seit Jahrzehnten. „Der Einzelhandel zieht dort auch mit. Die verkaufen auf der Insel erst gar kein Feuerwerk“, sagt Hauke Brett, Wehrführer der Nieblumer Feuerwehr.

„Das gibt es bei uns nicht mehr zu kaufen“, bestätigt Andreas Knauer, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Norddorf. Ganz eingehalten werde das Verbot allerdings nicht. „Ab und zu hört man sie knallen – aber gesehen habe ich noch niemanden“, sagt Knauer. Die Polizei sei zwar präsent gewesen, aber ganz kontrollieren kann auch sie das Verbot nicht.

Der Amrumer könnte ebenfalls auf das Feuerwerk verzichten. „Wenn ich es vermissen würde, würde ich aufs Festland fahren. Aber wir werben schließlich mit einem ruhigen Jahreswechsel. Deswegen kommen die Gäste zu uns.“ Dennoch gebe es wie immer ein paar schwarze Schafe, die sich nicht daran halten.

Auf Föhr dürfen Raketen nur noch vom Strand abgefeuert werden. Das ist ein schöner Kompromiss, meint Kai Sönnichsen, Wehrführer der Wyker Feuerwehr. „Und die meisten Leute halten sich daran“. Er könnte gut auf das Silvesterfeuerwerk verzichten. „Dann würde ich um einiges besser schlafen“. So aber haben er und seine Kollegen um den Jahreswechsel immer ein schlechtes Gefühl. „Wir würden gerne sehen, dass es ein komplett Verbot für das Abschießen von Feuerwerkskörpern gibt“.

Früher sei es am Sandwall zugegangen wie im Wilden West. „Seitdem das Abfeuern bis auf Ausnahmen verboten wurde, geht es vernünftiger und gesitteter zu.“ Ab und zu fliege vielleicht mal ein Knallfrosch in die Menge. Ansonsten zeigten die anwesenden Sicherheitsleute ihre Wirkung. So war es in diesem Jahr ruhig für die Wyker Feuerwehr. Außer einem brennenden Mülleimer blieb es friedlich.

Wichtig sei die Aufklärung. „Gerade Touristen wissen gar nicht, dass das Abfeuern von Feuerwerkskörpern bis auf Ausnahmen untersagt ist“, sagt Hauke Brett, Wehrführer der Nieblumer Feuerwehr. Zudem seien sie sich der Gefahr nicht bewusst.

Ein Kollege habe jemanden sagen hören: Die Feuerwehr kann die Reetdachhäuser ja nass machen. „Dabei ist die fehlende Feuchtigkeit gar nicht das Problem“, sagt Sönnichsen. Die Gefahr liege darin, dass die Raketen ins Dach eindringen. „Man müsste nochmal gezielt darauf hinweisen, wieso und weshalb das Verbot existiert.“ Insbesondere Vermieter von Ferienunterkünften müssten ihre Gäste aufklären.

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