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ch18.01.2017 Kein Feuerwerk: Luzerner Fest sucht neue Identität

STADT LUZERN ⋅ Über dem Luzerner Seebecken wird es im Sommer kein Feuerwerk mehr geben. So will das Komitee des Luzerner Fests nach den Verlusten im letzten Jahr Kosten sparen. Die Gründe für den Entscheid liegen aber noch tiefer.

Was bereits seit Monaten gemutmasst wird, trifft nun definitiv ein: Die Organisatoren des Luzerner Fests verzichten dieses Jahr auf ein Feuerwerk – und wahrscheinlich auch in den Folgejahren. Seit dem ersten Luzerner Fest im Jahr 2009 findet somit zum ersten Mal im Sommer kein Feuerwerk über dem Luzerner Seebecken statt. Wie die Organisatoren mitteilen, wollen sie dadurch Kosten einsparen, weil das Fest 2016 «wegen des regnerischen Wetters finanziell durchzogen war». Um keine roten Zahlen zu schreiben, bezog das Luzerner Fest 64'000 Franken aus Rückstellungen früherer Jahre.
«In Zeiten, in denen im Kanton überall gespart werden muss, finden wir es unverantwortlich, 100'000 Franken in 20 Minuten in der Luft zu verfeuern», sagt auf Anfrage OK-Präsidentin Corinne Imbach. Das Feuerwerk sei bisher stets ein sehr grosser Ausgabeposten gewesen. Es lockte jeweils zwar viele Zuschauer an, verursachte aber hohe Kosten, auch wegen der SBB-Extrazüge oder der Sicherheitsvorkehrungen. Diese musste das Luzerner Fest bezahlen.

Auf der Suche nach einer neuen Identität

Doch die Verluste vom letzten Jahr sind nicht der einzige Grund für das Abschaffen des bis anhin traditionellen Lichtspektakels. Dem OK geht es damit um mehr: «Das Luzerner Fest konnte bisher nicht wirklich eine eigene Identität entwickeln, manche Besucher nannten es immer noch Altstadt- oder Seenachtsfest», erklärt Imbach. «Wir wollen dem Fest deshalb eine eigene Note geben und diskutieren momentan viele Ideen.» Der Verzicht auf das Feuerwerk sei somit nur eine «erste Massnahme unter diversen Neuerungen». Welche das sind, will Imbach aber noch nicht preisgeben, denn «ein bisschen Spannung braucht es schon».
So viel sei aber doch schon verraten: «Wir wollen den gemeinnützigen Gedanken des Fests stärker ins Zentrum stellen», sagt Imbach. Das OK wolle «sein Möglichstes tun, um möglichst viel Geld für die Stiftung Luzerner helfen Luzernern zu sammeln». Mit dem Reinerlös aus dem Verkauf der Festabzeichen unterstützt die Stiftung Jahr für Jahr gemeinnützige Institutionen. In den letzten Jahren war der Verkauf jedoch rückläufig. Das vom abgeschafften Feuerwerk gesparte Geld soll zudem in die Neuausrichtung des Fests sowie in – noch geheime – Programmhöhepunkte fliessen.
Imbach geht davon aus, dass durch das fehlende Feuerwerk weniger Besucher angezogen werden. In den letzten Jahren wurde das Luzerner Fest vermehrt für seine ausufernde Grösse kritisiert. So fand letztes Jahr eine Gruppe grossen Zuspruch, die das frühere «Altstadt-Fäscht» zurückwollte. Wird das Luzerner Fest nun also verkleinert? «Wir wollen nicht mehr das grösste, sondern das schönste Fest der Zentralschweiz», sagt Imbach. Ganz auf den Kopf stellen wolle man das Fest aber nicht. Übrigens: Das alljährliche Neujahrsfeuerwerk – und nun das letzte offizielle in Luzern – wird es weiterhin geben, wie Marcel Perren, Direktor von Luzern Tourismus, sagt: «Wir haben immer gute Erfahrungen damit gemacht.»

Gemäss einer Online-Umfrage des OK scheint die Bevölkerung den Entscheid zu befürworten; zwei Drittel stimmten für ein Fest ohne Feuerwerk.

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