Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de11.01.2018 Neubrandenburg will Feuerwerk zu Silvester beschränken

Das neue Jahr ist bereits einige Tage alt, aber an manchen Stellen in Neubrandenburg sind die Hinterlassenschaften der Silvesternacht noch immer zu sehen. Wer zum Beispiel von der Bundesstraße 192 kommt und in Broda in den Verdiring einbiegt, den begrüßt ein unansehnlicher Haufen ausgebrannter Feuerwerks-Batterien und Kartons direkt an der Straße.

Seit Neujahr liegt der Müll dort, inzwischen sogar mit einem freundlichen, aber bestimmten Hinweis versehen. „Bitte entfernen Sie umgehend diesen Müll vom Grundstück der Stadt Neubrandenburg!“ heißt es auf einem angeklebten Zettel. „Remondis wird den Müll nicht abfahren!“, steht zur Ergänzung noch darunter.

Hohe Kosten für Neubrandenburg

Ob der oder die Verursacher des Müllbergs sich davon allerdings beeindrucken lassen, steht auf einem anderen Blatt. Früher oder später wird sich die Stadt wohl erbarmen müssen. Und damit dürften die Kosten der Silvesternacht weiter steigen. „Rund 10.000 Euro“, so hat es Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt von seinen Mitarbeitern ermitteln lassen, musste die Stadt für die Reinigung ihrer eigenen Flächen am Neujahrstag berappen.

Dazu kommt noch, was private Grundstücksbesitzer oder die großen Vermieter der Stadt an Aufwand betrieben. Bei der Neuwoba spricht man von rund 5000 Euro Schaden an einem Standort, die Reinigungskosten seien nicht extra zu beziffern. Auch die Neuwoges verweist auf ohnehin geplante Reinigungen durch beauftragte Firmen. Schäden seien in diesem Jahr zum Glück nicht entstanden.

Scherben sogar auf vielen Spielplätzen

Abseits der Feuerwerk-Reste hat Witt aber auch andere Resultate der Silvesternacht registriert. An einigen sensiblen Stellen der Stadt, zum Beispiel am Belvedere oder im Kulturpark, haben sich Leute ziemlich übel ausgetobt und zum Teil Verunreinigungen und Schäden verursacht. An etlichen Stellen lagen Scherben herum, sogar an vielen Spielplätzen.

Zonen ohne Knallerei

Deshalb will der Rathaus-Chef vor dem nächsten Jahreswechsel, der ja noch ein bisschen hin ist, eine Debatte anstoßen. „Ich will niemandem die Freude am Feuerwerk verbieten“, schickt er gleich voraus. Aber möglicherweise sollten Zonen definiert werden, wo die Knallerei verboten wird. In einigen deutschen Städten wie Bremen, Bielefeld, Dortmund oder Düsseldorf ist dies bereits der Fall.

Über eine sogenannte Allgemeinverfügung könnte die Ballerei auch in der Viertorestadt in bestimmten Stadtvierteln oder -gebieten wie dem Kulturpark untersagt werden. Dieses Thema will er sowohl in der Stadtverwaltung als auch mit den Ratsfrauen und -herren diskutieren – und ist gespannt, ob die Neubrandenburger selbst Ideen haben, um zu verhindern, dass die Stadt am Neujahrstag an einigen Stellen einem Schlachtfeld ähnelt.

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