Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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at29.12.2008 Stadt Graz lässt es NICHT krachen

Kracher und Feuerwerkskörper im Stadtgebiet verboten

Silvester! Feiernde Massen und besinnliche Stimmung, ausgelassene Partys und gute Vorsätze, dazu Heringsschmaus, Bleigießen und natürlich jede Menge Feuerwerk. Das alles hat Tradition, und nur den wenigsten Bürgerinnen und Bürgern ist bewusst, dass sie mit einem dieser Brauchtümer das Gesetz brechen. Denn alles, was als übliches Feuerwerk verkauft wird, darf im Ortsgebiet eigentlich gar nicht angezündet werden. Jedes Jahr werden auch in Graz tausende Raketen abgeschossen, unzählige Kracher explodieren in der Innenstadt. Ursprünglich sollten durch den Lärm böse Geister vertrieben werden, heutzutage steht wohl vor allem bei Jugendlichen der Spaß im Vordergrund.

Lärm und Feinstaub

Dabei bringt die Silvesterknallerei eine Reihe von Problemen mit sich. Vor allem lärmempfindliche Menschen und natürlich Haustiere mit sensiblem Gehör leiden unter dem ständigen Getöse. Ein Schweizerkracher, der in unmittelbarer Nähe explodiert, lässt aber auch abgehärtete Partytiger nicht kalt: Silvesterkracher können ernste Hörschäden hervorrufen. Neben der direkten Belastung für Mensch und Tier durch den Lärm sorgen Kracher und Raketen jedes Jahr verlässlich für Feinstaubrekordwerte. Dazu kommt noch eine Menge an zusätzlichem Müll. Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl und Vizebürgermeisterin Lisa Rücker wollen deshalb dieses Jahr endlich ein knallerfreies Silvester in Graz durchsetzen und das Abfeuern von Feuerwerkskörpern (ab Klasse II) im Grazer Stadtgebiet verbieten. „Aus Rücksicht auf die Kleinen, Älteren und Tiere gibt es dieses Verbot innerhalb des Stadtgebietes", betont Bürgermeister Nagl. Für die Verwendung besagter Feuerwerkskörper ist eine Genehmigung durch den Bürgermeister erforderlich. Die einzige Genehmigung wurde in diesem Zusammenhang für das Silvesterfeuerwerk am Grazer Schloßberg erteilt.

Was sagt das Gesetz?

Eines gleich vorweg: Alle üblichen Silvesterknallereien, vom „Ladykracher“ über „Deutsche-“ bzw. „Schweizerkracher“ bis hin zu Raketen fallen laut Pyrotechnikgesetz in die Klasse II der pyrotechnischen Artikel und dürfen im Ortsgebiet NICHT verwendet werden! Sie dürfen weiters nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft und von diesen auch nicht besessen werden. Gerade zu Silvester steht die Polizei vor einer schwierigen Situation. Aus Personalgründen kann natürlich nicht das gesamte Stadtgebiet überwacht werden, so manch fröhlich Feiernder hat gegen Mitternacht auch schon so viel konsumiert, dass vernünftige Argumente kaum mehr Wirkung zeigen. Die Polizei kann verbotene Kracher beschlagnahmen, darüber hinaus kann die illegale Knallerei auch richtig teuer werden: Verwaltungsstrafen bis 2.180 Euro sind möglich. „Sparsame Lärmer“ können stattdessen sechs Wochen Arrest absitzen.

Kracherfreie Zone

Damit also zu Silvster endlich Ruhe in Graz einkehrt, wird - wie bereits im vergangenen Jahr - am Hauptplatz eine „kontrollierte Zone“ eingerichtet, überwacht mittels einer „Aktion scharf“ der Grazer Polizei und der Ordnungswache. Weitere kontrollierte Zonen auf anderen Grazer Plätzen sind angedacht. Eigene Knallkörper abzuschießen ist außerdem gar nicht nötig; das auch heuer wieder von Graz Tourismus veranstaltete – genehmigte – Feuerwerk am Schloßberg bringt für alle Grazerinnen und Grazer Farbe in die Silvesternacht. Und diese Raketen zu bestaunen ist sogar gratis!


Oliver Krajacic
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