Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

32 Vereine 3187 Unterschriften 2292 Vorfälle 581 Fortschritte

 

de28.03.2011 Preis-Aufschlag für Auswärts-Steher

VfL Finanzvorstand Ansgar Schwenken im Interview


Fans zündeln und der Verein zahlt die Strafen

Während unseres Interviews flatterte gerade mal wieder eine Strafe über 6000 Euro ins Haus, weil einige Hitzköpfe immer wieder Feuerwerk und Rauchbomben zünden. Was sagen Sie dazu?
Das macht mich wahnsinnig. Und das erschreckendste daran ist, dass diese Leute rücksichtslos in Kauf nehmen, dass andere Fans gesundheitliche Schäden erleiden können. Außerdem schaden sie in übelster Form dem Ruf des Vereins.

Mitbringen von Utensilien in Zukunft verboten

Was kann man dagegen tun?
Es gibt von den Klubs ein St. Pauli-Modell, das gegnerischen Fans erst einmal das Mitbringen von Utensilien in allen Formen erlaubt. Aachen hat das trotz der Warnungen unseres Sicherheitsbeauftragten auch erlaubt. Die Folge war, dass unter vorgehaltenen großen Fahnen erneut Feuerwerk gezündet wurde. Die Folge ist, dass beim nächsten Mal alles verboten wird. Doch das reicht nicht.

350.000 Euro Verlust durch Feuerwerk

Aber irgendwas muss der Verein doch tun um sich zu schützen.
Ja, die Überlegungen gehen dahin, wie wir die Strafen, die vom DFB verhängt werden refinanzieren. Neben den schon fast nicht mehr zu zählenden Geldstrafen hatte der VfL zwei Kurvensperrungen hinzunehmen. Das hatte zur Folge, dass der VfL fast 300.000 Euro Mindereinnahmen hatte. Deshalb denken wir daran, dies weiterzugeben und nachträglich zu refinanzieren. Wichtig aber dabei ist, die Ausgaben möglichst verursachergerecht weiterzugeben. Da sich das Klientel der Übeltäter bei Auswärtsspielen fast ausnahmslos im Stehplatzbereich tummelt, kann ich mir gut vorstellen, von der kommenden Spielzeit an auf Auswärts-Stehplatzkarten einen Aufschlag zu erheben. Eigentlich tut mir das in der Seele weh und widerstrebt mir, weil es sicherlich auch Personen trifft, die damit nichts zu tun haben. Aber vielleicht wird dann alles bewusst, dass es so nicht mehr weiter geht. 350.000 Euro für Feuerwerk auszugeben konnten wir uns und werden wir uns vor allem in Zukunft nicht mehr leisten können.


Günther Pohl
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