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de15.04.2011 Böllerkauf endet vor Gericht

Auf einem Markt gleich hinter der tschechischen Grenze hatten sich ein 20-Jähriger Deutscher und sein Freund im vergangenen November für ein paar hundert Euro mit rund 2400 (!?) Feuerwerkskörpern für Silvester eingedeckt.
Der Kauf endete für die beiden Männer aus Asperg jetzt mit einem Prozess wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Sie wurden zu 30 Stunden gemeinnützige Arbeit und einer Geldstrafe von 2600 Euro verurteilt.
"Wir haben zunächst nein gesagt", schilderte der 20-Jährige vor Gericht das Geschehen. Irgendwann aber war das Angebot offenbar zu verlockend. Der Asperger kaufte 20 Päckchen mit je 20 Krachern. Etwa 100 Euro habe er dafür gezahlt. Sein Freund, der in dem Verfahren als Zeuge geladen war, gab 300 Euro für rund 2000 Feuerwerkskörper aus. "Das war ein guter Preis", sagte der 25-Jährige.
Bei dem Kauf haben sich die beiden jungen Männer nichts gedacht: Die Verpackungen seien mit einer deutschen Artikelbeschreibung versehen gewesen, sagte der Asperger. Das reicht nicht. Ohne Prüfsiegel der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) dürfen in Deutschland keine Feuerwerkskörper verkauft oder ins Bundesgebiet eingeführt werden. Schon seit Jahren warnen der Zoll und die Bundespolizei vor den Produkten aus Tschechien, die nicht auf ihre Sicherheit hin untersucht werden und deshalb gar kein oder gefälschte BAM-Prüfsiegel tragen. Weil die Behörden um die Gefährlichkeit der Feuerwerkskörper wissen, warnen sie auf vor den Raketen und Böllern zu Schnäppchenpreisen und kontrollieren gezielt den tschechisch-deutschen Grenzverkehr. In solch eine Polizeikontrolle auf deutschem Boden gerieten der 20-Jährige und sein Freund auf der Heimfahrt. Die Beamten beschlagnahmten die Einkäufe der beiden Freunde und zeigten sie wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz an.
Der Trip nach Tschechien brachte dem 20-Jährigen, der noch bei seiner Mutter wohnt, nichts außer Scherereien. Die Richterin machte dem Mechaniker, der erst seine Ausbildung beendet hat, eines deutlich: Sollte er die 30 Arbeitsstunden bis Mitte des Jahres nicht abgeleistet haben, dann werde das Verfahren neu aufgerollt.


Birgit Klein
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