Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de23.04.2011 „Bengalos gehören raus“

Düsseldorf. Günter Karen-Jungen ist Sportpolitiker und gerade als Aufsichtsrat von Fortuna Düsseldorf bestätigt worden. Er hält engen Kontakt zu vielen Fan-Vertretern. Die jüngsten Störungen durch randalierende Fußball-Fans sieht er kritisch, aber differenziert.

Herr Karen-Jungen, mittlerweile gibt es fast bei jedem zweiten Auswärtsspiel Randale durch Fortuna-Fans. In der Arena wurden zudem zwei Kameraleute durch einen Böller verletzt. Täter sind bislang nicht bekannt. Sind Sie besorgt?

Karen-Jungen: Die Fortuna hat die Zahl ihrer Besucher seit dem Aufstieg verdoppelt, hinter Hertha sind wir mit 21 000 Fans bei Heimspielen die Nummer zwei der Liga. Wir haben viele Fan-Gruppen, die sich sehr gut selbst verwalten. Leider gibt es wie bei anderen Vereinen auch einige, die Ärger machen. Ich will das nicht verharmlosen, aber man muss jeden Einzelfall sehr genau betrachten. Die Sorge hält sich deswegen in Grenzen.

Zuletzt haben Fortuna-Fans sogar bei einem Sechtsligaspiel in Ratingen gegen Uerdingen Krawall gemacht. Reicht’s nicht langsam?

Karen-Jungen: Sie haben ein paar provokante Gesänge angestimmt und ein Bengalo gezündet. Mit den Schlägereien hatten die Fortuna-Fans nichts zu tun, das hat die Polizei bestätigt. Insofern kann ich manche Stimmungsmache nicht nachvollziehen.

Dennoch gibt es eine Häufung der Vorfälle. Was halten Sie von den vielen Rauchbomben, die vor allem auswärts gezündet werden? Familien und junge Besucher werden dadurch verschreckt.

Karen-Jungen: Es gibt da unter den Fans unterschiedliche Ansichten. Ich habe dazu eine klare Meinung: Bengalos und Pyrotechnik gehören nicht ins Stadion. Sie machen Leuten Angst, verunsichern Familien. Also gehört es sich nicht, sie abzufackeln. Wer also Bengalos nötig hat, kann sie anderswo abbrennen. Fortuna hat übrigens in den letzten eineinhalb Jahren eher weniger Zwischenfälle gezählt, nur zuletzt gab es einen Zuwachs – leider gibt es diesen Trend, auch bei anderen Klubs.

Als ein Böller im Spiel gegen Osnabrück die Kameraleute verletzte, hat sich Fortuna-Vorstand Paul Jäger vor die Südtribüne gestellt und den Täter gefordert. Passiert ist bislang nichts, auch nicht in den anderen Fällen.

Karen-Jungen: Abwarten. Es gibt Zeugenhinweise auf den Böllerwerfer, die Ermittlungen der Polizei laufen noch. Der Verein wird jedoch erst tätig, wenn der Vorgang strafrechtlich geklärt ist. Ohne Rechtssicherheit geht da nichts, niemand wird Sanktionen aufgrund von Vermutungen aussprechen. In einem anderen Fall sieht es deutlicher aus: Der Bengalowerfer von Duisburg ist inzwischen identifiziert, das Strafverfahren läuft.

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