Pyrotechnik ist kein Spielzeug

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de17.08.2011 Enge Grenzen für private Feuerwerke

Ärger über Schall und Rauch: In jüngster Zeit haben private Feuerwerke im Landkreis für Unmut gesorgt. Dabei dürfen Böller und Raketen nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen gezündet werden.

Hildburghausen - Wenn es in diesen Tagen während der Nachtstunden kracht und blitzt, muss es nicht unbedingt ein Sommergewitter sein. Denn Feuerwerke sind auch im Landkreis Hildburghausen beliebt in den warmen Monaten - ob bei öffentlichen Anlässen oder privaten Feiern. Allerdings sorgt das private Pyrotechnik-Vergnügen mancherorts für Unmut, aktuell beispielsweise in Römhild und in der Gemeinde Nahetal-Waldau. Nach nächtlichen Feuerwerken kam es in beiden Orten zu massiven Beschwerden von Anwohnern, auch weil die Raketen und Böller teils zur Unzeit, sprich mitten in der Nacht zwischen drei und vier Uhr morgens, gezündet worden sind. "Wir müssen da reagieren", sagt deshalb Nahetal-Waldaus Bürgermeister Thomas Franz, nachdem es in seiner Gemeinde zuletzt Ende Juli und Anfang August ordentlich gekracht hat. Erst am nächtlichen Himmel, dann, im übertragenen Sinne, in der Gemeindeverwaltung. Nunmehr seien die mutmaßlichen Verursacher ausgemacht und schriftlich um eine Stellungnahme gebeten worden. Die Antwort steht in beiden Fällen allerdings noch aus.

Bußgeld bis 50 000 Euro

In Römhild ist nach einem Feuerwerk bei einer Geburtstagsfeier sogar die Polizei ausgerückt, wie der Leiter der Polizeiinspektion Hildburghausen, René Schunk, bestätigt. Da sich in der Nähe des Feierortes ein Altenheim befindet, kam es zu Beschwerden. Mittlerweile wird hier wegen des Verdachts einer Ordnungswidrigkeit ermittelt.

Ob die privaten Feuerwerke überhaupt hätten gezündet werden dürfen, ist mehr als fraglich. Denn seit Mai dieses Jahres existieren für eine Genehmigung in Thüringen besonders enge Grenzen. Wie der zuständige Thüringer Landesbetrieb für Arbeitsschutz und technischen Verbraucherschutz (TLAtV) in Suhl mitteilt, gibt es nur noch Ausnahmegenehmigungen bei "herausgehobenen, außergewöhnlichen Anlässen". Dazu gehören eigentlich nur noch Geburtstage ab 90 Jahren und Jubiläen ab 50 Jahren, egal ob Firma, Verein oder Hochzeiten.

Einfach ohne eine Genehmigung von Silvester übrige Raketen in den Himmel zu schicken oder Goldregen-Fontänen sprühen zu lassen - davon rät Dietrich Weiß, der Leiter der Suhler Regionalinspektion des TLAtV, ausdrücklich ab. "Wenn es angezeigt wird, kann das ein sehr teurer Spaß werden. Denn die Bußgeldspanne dafür reicht bis zu 50 000 Euro." Zwar habe man bislang als höchstes Bußgeld "nur" 250 Euro erhoben, aber der Spielraum nach oben ist durchaus vorhanden.


Falk Zimmermann
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