Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de07.07.2018 Landesbehörde untersagt das Feuerwerk zum Mosburgfest

Biebrich - „Es wird in diesem Jahr definitiv kein Feuerwerk beim Mosburgfest geben.“ Das war die Botschaft, die die Vereinsvertreter vom Organisationstreffen der Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verbände (AG) am Mittwochabend mit nach Hause nahmen. Horst Klee, CDU-Landtagsabgeordnete, Ortsbeiratsmitglied, seit 47 Jahren Vorsitzender der 02-Fußballer und mit seinem Verein zum 40. Mal am Mosburgfest beteiligt, wundert sich vor allem, dass nicht etwa das städtische Umweltamt das Feuerwerk untersagt habe, sondern der Landesbetrieb Bau und Immobilien als „Hausherr“ im Schlosspark. Gemeinsam mit AG-Chef Günter Noerpel und dessen Stellvertreter Rolf Faber war Klee im Frühjahr noch eigens bei Thomas Platte, dem Direktor der Behörde, gewesen: „Da hatte ich nicht den Eindruck, dass der Antrag zur Durchführung des Feuerwerks abgelehnt wird.“

„Küken sind umgekommen“

Professor Hans-Peter Goerlich, in Wiesbaden lebender Ehrenvorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und langjähriger Vorsitzender des Naturschutzbeirats beim Regierungspräsidium in Darmstadt, vermisst in der Debatte die Einsicht, dass es um Artenschutz gehe. Niemand habe etwas gegen das Mosburgfest und wolle es abschaffen. „Ich gehe selbst gern zu solchen Festen.“ Doch zufällig hätten sich eben die als „potenziell gefährdet“ eingestuften Zwergtaucher am Schlossparkweiher niedergelassen und während der Zeit des Festes gebrütet. Und es sei dokumentiert, dass einige Küken umgekommen seien. „Was wir wollen, ist nur, dass kein Feuerwerk mehr stattfindet und die Lautsprecher für die Musik nicht so dicht am Wasser“ installiert werden. Weil es beim Mosburgfest 2017 nach 22 Uhr noch zu laut war, hat die AG übrigens 250 Euro Strafe zahlen müssen.

illegal, scheißegal – das geht nicht

„Niemand will das Mosburgfest verhindern. Wer diesen Eindruck erweckt, betreibt nur Stimmungsmache“, mischt sich Christiane Hinninger, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung, in die Diskussion ein und ruft zu mehr Sachlichkeit auf. „Wenn SPD und CDU in Biebrich sich als Retter des Mosburgfestes inszenieren, dann ist das lediglich das Abfackeln der selbst aufgestellten Strohpuppen.“ Klar sei, dass die Auflagen der Stadtverwaltung zu erfüllen sind, auch von den Veranstaltern des Mosburgfestes. Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Frage, wann ein Hinweisbanner aufgehängt werde, sondern um wiederholtes Ignorieren von Bestimmungen zum Natur- und Artenschutz in der Vergangenheit: „Eine Haltung nach dem Motto ‚legal – illegal – scheißegal‘ ist nicht akzeptabel.“

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