Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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de26.12.2018 Arzt fordert ein Verkaufsverbot für Böller

26.12.2018 - 12:18 Uhr
Berlin – Die einen sind von der Silvester-Knallerei einfach nur genervt, für die anderen gibt es nichts Schöneres. Jetzt hat sich der leitende Oberarzt einer Berliner Notaufnahme für ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern an Laien ausgesprochen. Schon allein wegen gezielter Angriffe auf Rettungskräfte gehöre Pyrotechnik nicht in die Hände einer breiten Öffentlichkeit, sagte der Charité-Mediziner Tobias Lindner.

„Man sollte sich auf schöne Feuerwerke konzentrieren, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so dass man das gemeinsame Erlebnis hat.“ Der „Straßenkampf“ aber solle unterbunden werden, sagte Lindner, der am Virchow-Klinikum im Wedding arbeitet.

Zum Jahreswechsel 2017/18 hatte es mehrere Angriffe auf Polizisten und Sanitäter mit Pyrotechnik gegeben. Der damalige Berliner Polizeipräsident hatte erklärt, er „zweifle am Verstand derer, die mit Böllern und Raketen auf Menschen schießen“.

Dauer-Alarm in der Notaufnahme an Silvester

Die ersten Unfallopfer sehen die Notaufnahme-Teams schon vor dem 31. Dezember – sobald Feuerwerk zum Verkauf stehe, wie Lindner sagte.
An Silvester reißt der Zustrom an Verletzten von kurz nach Mitternacht bis in die Morgenstunden nicht ab.
An Neujahr schleppen sich dann noch viele in die Rettungsstelle, die ihre Verletzung in der Nacht noch unterschätzten. Doppelte Besetzung in der Chirurgie und bei den Pflegekräften stehen dann etwa am Berliner Virchow-Klinikum bereit.

Dass Menschen den Rutsch ins neue Jahr nicht überleben, kommt in Deutschland immer wieder einmal vor – allein in Brandenburg gab es voriges Silvester zwei Tote durch Feuerwerk.

Neben selbst gebautem Feuerwerk haben auch nicht frei verkäufliche Produkte wie Kugelbomben, die für professionelle Feuerwerke gedacht sind, hierzulande schon zum Tod oder zu erheblichen Verletzungen bei relativ jungen Männern geführt. „Die schweren Verletzungen passieren fast ausschließlich mit illegalen Böllern, sogenannten Polenböllern, oder selbstgebasteltem Feuerwerk“, betonte Angela Kijewski, Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin

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