Pyrotechnik ist kein Spielzeug

Stille Nacht

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deSilvestersingen in Plettenberg

Plettenberg. „Das alte Jahr vergangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du in mancherlei Gefahr behütet hast auch dieses Jahr.“ Diese knapp 450 Jahre alten Verse nach dem evangelischen Kirchenlied-Dichter Johann Steuerlein klangen in den letzten Stunden des Jahres aus 52 Männerkehlen in den Straßen von Plettenberg-Oesterau.
Hier ist die Tradition des Silvestersingens seit 1893 belegt, dabei aber längst kein Auslaufmodell. Die Organisatoren Jörg Neumann und Philipp Wever freuten sich auch bei dieser Auflage über neue Gesichter.

Stimmung, Spaß - „richtig geil!“

Der 17-jährige Michael Willecke etwa fand den Weg aus der Nachbarstadt Attendorn nach Oesterau. „Mein Kumpel Timo schwärmt seit Jahren in den höchsten Tönen vom Silvestersingen. Da musste ich es einfach mal ausprobieren.“ Sein Fazit gut drei Stunden später, nachdem er mit einer der sieben Kleingruppen durch die Straßen gezogen ist: „Stimmung, Gemeinschaft, Spaß. Richtig geil!“
So oder ähnlich muss auch der 46-jährige Miro Bartolini denken, der seit mittlerweile zehn Jahren pünktlich zum Altjahresabend die wärmende Sonne der italienischen Adriaküste bei Rimini überaus gerne gegen Sauerländer Winterwetter eintauscht, um gemeinsam mit seinem Schwager musikalische Neujahrsgrüße zu übermitteln. Seine augenzwinkernde Einschätzung „fantastico, sensazionale“ bedarf wohl keiner Übersetzung.
Längst ist es üblich, dass die Dorfbewohner solchen Einsatz mit einer Geldspende belohnen, die in größten Teilen wohltätigen Zwecken oder der Jugendförderung vor Ort zur Verfügung gestellt wird. Demnächst dürfen sich die tanzenden Kinder und Jugendlichen des Schützenvereins Oestertal bei ihren zahlreichen Auftritten und der kickende Nachwuchs des TSV Oestertal über Unterstützung freuen.

Dienstältester Sänger 66 Jahre alt


„Bis in die 70er Jahre hinein durften streng genommen nur Junggesellen die Tradition aufrecht erhalten“, erinnert sich Udo Hildebrand. Der mit 66 Jahren dienstälteste Sänger gab sein Debüt bereits 1960. „Damals beendeten wir das Silvestersingen auch mal erst im Morgengrauen.“ Solch lange Nächte werden die Sänger zum Jahreswechsel wohl nicht mehr gemeinsam erleben. Dafür bieten ein Grillabend im Spätsommer und das gemeinsame Abendessen bei der Spendenübergabe Ende Januar reichlich Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

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