Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

25.01.2012 Schutzwald-Verjüngung?

"Altholzbestände mit Uraltbäumen und stehendem Morsch- und Totholz verschwinden mehr und mehr. Meist sind es nur noch Steilhang-Tobelwälder, die relativ ursprünglich geblieben sind. Die fortschreitende Bergwalderschließung wird mit "notwendiger Bergwaldpflege" begründet, ohne die unsere Wälder doch seit Jahrtausenden überlebt haben. Technische Machbarkeit und Förderungen durch die öffentliche Hand sind die Basis." Zitat aus: "Vögel im Kleinwalsertal" (R. Kilzer 2011). Dass selbst bisher unzugängliche Wälder nicht mehr sicher sind, zeigt ein geplantes Projekt in Dalaas, das im Natura-2000-Schutzgebiet und im Großraum-Biotop Schmiedtobel liegt. Über 3000 fm Holz sollen mithilfe von EU-Fördergeldern unter dem Vorwand der Schutzwaldverjüngung geschlagen und mittels Seilkran abtransportiert werden. Das Europaschutzgebiet "Klostertaler Bergwälder" ist als Lebensraum für seltene und zum Teil vom Aussterben bedrohte Spechte und Eulen gerade deshalb so wertvoll, weil es genügend Alt- und Totholzanteile hat, die die Lebensgrundlage vieler Arten sind. Ein Eingriff in diesem Ausmaß ist genau das, was die Unterschutzstellung verhindern will. Ich habe nur die Hoffnung, dass die noch ausständige Umweltverträglichkeitsprüfung aufzeigt, dass dieser geplante Eingriff unangemesse ist und einen kaum wiedergutzumachenden Schaden anrichten würde!


Mag. Franz Ströhle