Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

06.06.2012 "Der Wald ist zu Recht heiß"

Sehr erfreulich ist, wie Mag. Franz Ströhle in seinem Leserbrief das hohe jährlich nachwachsende Zuwachspotenzial im Vorarlberger Wald bildhaft erklärt. Wieso er dies als "gefährliche Drohung" sieht, verstehe ich nicht.
Das Gegenteil ist der Fall. Fossile Brennstoffe können eingespart werden und müssen nicht über Tausende Kilometer herantransportiert werden. Die Region profitiert von der Wertschöpfung und ein wichtiger Co2-Klimabeitrag kann geleistet werden (Co2-Neutralität von Holz). Auf wenig Verständnis wird Herr Ströhle auch bei den Geschädigten von Hochwasser- und Lawinenereignissen stoßen, wenn er meint, dass Holznutzungen zur Verjüngungseinleitung in Schutzwaldprojekten nur vorgeschobene Argumente seien. Dem von ihm kritisierten, sehr zurückhaltenden Waldeingriff im Kostertal ging nach Auskunft von DI Karl Studer von der BH Bludenz ein umfassendes Ermittlungsverfahren unter Beiziehung der zuständigen Fachleute des Forstes, der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Jagd und natürlich des Naturschutzes voraus. Ausschließliches Ziel ist es, die LIcht- und Wärmeverhältnisse für die Verjüngung günstig zu gestalten. Im Vordergrund steht der Schutz von Siedlungen und Infrastruktur. Außerdem wird in dem angesprochenen Schutzwaldsanierungsprojekt auch die Vogelwelt speziell berücksichtigt: Die Holzauszeige erfolgt in Begleitung eines professionellen Vogelkundlers, und bei den Holzarbeiten werden die Brutzeiten weitgehend berücksichtigt.


DI Thomas Ölz, Fachbereich Forst, Landwirtschaftskammer Vorarlberg