Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

04.02.2013 Stolz auf Holz?

In Ihrem Gastkommentar, Frau Marianna Mathis (VN vom 2.2.2013), loben Sie geradezu euphorisch den wirtschaftlichen Erfolg der Holznutzung in Vorarlberg und werben für die weitere Intensivierung. "Aber keine Sorge: Holz wächst nach." Was diese Einstellung z.B. bei der Intensivierten Wiesennutzung bewirkt hat, sehen wir heute. Die Artenvielfalt ist buchstäblich zusammengebrochen. Kaum eine Blüte hat noch eine Lebenschance, ganz zu schweigen von Schmetterlingen und anderen Insekten. Dies ist keine Landwirtschaft, sondern gezielte Naturvernichtung. Aber keine Sorge: Gras wächst nach, ist also "nachhaltig".
Frau Mathis, Sie behaupten lapidar: "Die Wälder sind überaltert." VOn einer ehemals bei Umweltthemen engagierten Journalistin hätte ich mir eine differenziertere Betrachtung erwartet. Die letzten noch einigermaßen naturnahen Wälder sichern den xylobionten Arten gerade deshalb das Überleben, weil sie noch alt und totholzreich sind. Das sind ganz besonders schützenswerte Lebensräume! Pauschal jeden Wald als potenziell gefährlich einzustufen, der diese im natürlichen Kreislauf angelegte Eigenschaft noch hat, ist gegenüber den darin lebenden und oft vom Aussterben bedrohten Arten fahrlässig. Dass selbst die Schutzgebiete vor Holzplünderungen nicht mehr sicher sind, zeigt das Beispiel Klostertaler Bergwälder. Dies ist Ihnen doch sicher nicht entgangen, Frau Mathis? Die Enkel nach uns sollten auch noch die Chance haben, Spechte und Eulen in der Natur zu beobachten.


Mag. Franz Ströhle