Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

02.02.2013 Stolz auf Holz

Wirtschaftssparten, deren Erfolg von der wechselnden „Wetterlage“ auf dem globalen Markt abhängig ist, können über die Beständigkeit der Wertschöpfungskette Holz nur staunen. Österreichweit ist sie nach dem Tourismus der zweitgrößte Devisenbringer in der Außenhandelsbilanz. Entsprechend ist auch der Beschäftigungseffekt. Die Glieder der Kette reichen von der Forstarbeit in den Wäldern, über die Sägereien, Tischlereien und Zimmerei-Betrieben bis zum Holzhandwerk, Bauunternehmen und dem Einsatz als Energieträger.
In Vorarlberg ist ein Drittel der Fläche – etwa 94.000 Hektar – mit Wald bedeckt. Die „Holzernte“ steigt und könnte noch höher sein, weiß Hubert Malin, Forstbetriebsleiter des Standes Montafon, und als Dienstnehmervertreter Vizepräsident in der Landwirtschaftskammer. Keine Sorge: Holz wächst nach. Außerdem sind die Wälder überaltert, was den Schutz der Siedlungen und Verkehrsverbindungen vor Wildbächen, Lawinen, Windwürfen und Erosionen empfindlich schmälert. Es wird auch wieder aufgeforstet. Das tut dem Klima gut: Ein Kubikmeter Holz speichert den Kohlenstoff aus einer Tonne CO2. Die Pflege der Schutzwälder in einem alpinen Lebensraum ist zwar aufwendig, unter dem Strich aber kostengünstiger als technische Verbauungen. Sie erfüllen rund 30 Jahre ihre Funktion. In dieser Zeit muss wieder ein stabiler Wald die natürliche Barriere bilden.
Die gute Nachricht: Die Bürger steigen zunehmend auf Wärme aus Holz um – ob bei Einzelfeuerungen, Gemeinschafts- oder Nahwärmeanlagen. Wer bei der längst vorherzusehenden Preisentwicklung noch auf Öl oder Gas setzt, darf nicht jammern, wenn die Rechnung auf den Tisch flattert.
Holz als Baustoff war nicht nur ein Modetrend, sondern sorgt heute im Bunde mit Architekten und Bauunternehmern im Lande und international für Furore. So errichtet die Alberschwender „oa.sys baut gmbh“ derzeit in Berlin ein 7-stöckiges Holzgebäude als „Familien-, Bildungs- und Gesundheitszentrum“. Es ist eines der ersten Projekte der „Stiftung für Bildung, Werte und Leben“. Und in Hamburg entstehen im Rahmen der „Internationalen Bau-Ausstellung 2013“ zwei 5-geschoßige Holz-Hybrid-Bauten.
Anreiz für eine verstärkte Nutzung der heimischen, nachwachsenden Ressource Holz zum Heizen und Bauen in Vorarlberg selbst sind sicherlich die Wohnbauförderungsrichtlinien des Landes.


Marianne Mathis, "freie" Journalistin