Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

07.12.2012 Kompromisse statt Polemik

Das Natura-2000-Gebiet Klostertaler Bergwälder sorgt seit Monaten für mehr oder weniger sachliche Diskussionen. Tatsache ist, dass in diesem Gebiet viele berechtigte Interessen unterschiedlicher Gruppierungen aufeinanderstoßen. Die Waldeigentümer haben uralte Holzbringungsrechte, Unterlieger fürchten um ihre Sicherheit, die Naturschutzorganisationen sorgen sich zu Recht wegen einer möglichen Verschlechterung der Natura-2000-Kriterien, die Forstbehörde ist verpflichtet, die Vitalität des Schutzwaldes zu erhalten, die Jägerschaft hat große Bedenken wegen bedrohter Gamswildbestände. Alle diese Anliegen sind untereinander verknüpft, keiner kann deshalb seine Wünsche zu 100% erfüllt sehen, jeder muss Abstriche von seinen legitimen Forderungen machen. Es gibt nur eine einzige Priorität, die darüber steht: Der Schutz der lokalen Bevölkerung und der Infrastruktur (Straßen, Bahn) vor Lawinen, Steinschlag, aber auch Bodenerosion, Rutschungen und schließlich Muren und Hochwasser. Dafür trägt die Politik die Verantwortung, welche ihr niemand abnehmen kann. Es soll aber auch niemand den Politikern mutwillig die Umsetzung der nötigen Beschlüsse und Maßnahmen erschweren. Die beteiligten Interessensvertreter sind derzeit auf einem sehr guten Weg, vernünftige Kompromisse zu erarbeiten. Störfeuer von außen mit polemischen Leserbriefen und Profilierungsversuche von Oppositionspolitikern sind kontraproduktiv, werden aber den positiven Prozess und ein gutes Endergebnis nicht aufhalten können.


Dr. med. Ernst Albrich, Landesjägermeister