Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

18.01.2013 Brief an VN Redakteur Tony Walser

Sehr geehrter Herr Tony Walser,

schon länger denke ich daran, Ihnen zu schreiben. Sie berichten unter anderem auch über das sogen. „Schutzwaldsanierungs-Projekt“ im Natura 2000-Gebiet Klostertal.
Sie werden voraussichtlich noch öfters mit diesem Thema befasst sein, denn auf Schiene, wie Sie schreiben, ist da gar nichts. Warum, das möchte ich Ihnen gerne aus meiner Sicht erläutern. Ich hoffe, Sie sind offen dafür, denn Sie werden sicher mit mir übereinstimmen, dass guter Journalismus Informationen nicht nur von einer Seite aufnimmt, wenn er nicht reine Hofberichterstattung sein will.
Die Sicherheit des Dorfes und der Infrastruktur, (Bahn und Straßen) wird ja immer als Grund für dieses Projekt genannt.
Der gefundene „Kompromiss“(VN 16. Jan.) ist leider wieder ohne Einbeziehung aller Wald- und Grundbesitzer hinter verschlossenen Türen der BH Bludenz ausgepackelt worden.
So sind nach wie vor alle drei Seilkräne Obermarias über meinen Grund eingezeichnet. Auch meine Nachbarn, über deren Grund die Seilkräne führen, erfahren aus der Zeitung, was auf ihrem Grund geplant ist.
Die Streichung der zwei Seilzüge im Hölltobelwald sehe ich zwar als positiv, doch sollte Ihnen zu denken geben, dass die angeblichen Naturgefahren als Anlass für diese geplanten Schlägerungen galten. Die haben sich jetzt in Luft aufgelöst. Genauso hätte sich die Gefahr in Luft aufgelöst, wenn die drei Seilzüge, die jetzt noch über meinen Grund eingezeichnet sind, gestrichen worden wären. Ich wohne hier und Sie können mir glauben, ich wäre der Erste, der einem Projekt, das Gefahren für andere und mich abhalten könnte, gerne zustimmen würde!
Leider wird hier die Sicherheit als Totschlagargument missbraucht, um ein Holznutzungsprojekt durchzusetzen!
Wenn Sie sich die Mühe machen, einmal vom Kirchplatz Dalaas oder von Mason auf die Schattenseite gegenüber zu schauen, wird Ihnen klar, dass die Holznutzung in Dalaas am Limit ist. Das kann aber nicht bedeuten, dass nun die Natura 2000 Wälder geplündert werden müssen. Die Aussage von Christian Gantner, dass er Handlungsbedarf im ganzen Natura 2000- Gebiet sieht, lässt Schlimmes für die Zukunft erwarten!
Mein Vorschlag, das jetzige Projektgebiet als Naturwaldresevat zu widmen und mit einem geringen Teil der über vier Millionen €, die derzeit jährlich landesweit für die Förderung der Holzschlägerungen eingesetzt werden, die privaten Waldbesitzer angemessen für den Verzicht auf die Holznutzung zu entschädigen, wäre ein enkeltaugliches Projekt. Den gefährdeten Waldbewohnern könnte damit die Zukunft gesichert werden. Es wäre das erste geschützte Bergmischwaldgebiet Vorarlbergs. Wäre das nicht ein Ziel, das es wert wäre sich dafür einzusetzen?


Mag. Franz Ströhle