Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

17.11.2015 Kahlschlag in Alberschwende empört

Kahlschlag Alberschwende Kahlschlag Alberschwende

ALBERSCHWENDE. (VN-ger) In Alberschwende schrillen die Alarmglocken: Am Brüggele­kopf, eben dort, wo eine neue Bergstation errichtet werden soll, wurde wie aus heiterem Himmel eine rund 200 Meter lange und 25 Meter breite Trasse in den Wald geschlagen. Dass es sich dabei um einen reinen Zufall handelt, fällt Klaus Gmeiner, Grundeigentümer am Dresslerberg, schwer zu glauben. Auch Kurt Bereuter, Obmann des Kulturforums Bregenzerwald, kommt der Vorgang irgendwie „seltsam“ vor. Die Gemeinde und die BH Bregenz versuchen indes, zu beruhigen.

„Mit der Gemeinde oder dem Liftprojekt hat das nichts zu tun“, sagt Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann. Peter Feuersinger, Leiter der Abteilung Forstwesen in der BH, machte sich am Montagnachmittag selbst ein Bild vom Kahlschlag. „Es handelt sich um eine Holznutzung. Im oberen Bereich standen ziemlich große Buchen. Die können sehr unkontrolliert fallen und andere Bäume beschädigen“, informiert er nach der Besichtigung. Da es sich um eine Holznutzung handle, besteht laut Feuersinger Wiederbewaldungspflicht.
Die Vorgeschichte: Im Jänner 2017 läuft am Brüggelekopf die Konzession für den Einersessellift aus. Eine Erneuerung der Anlage ist aus Sicht der Gemeinde unumgänglich.

Alternativkonzept

Lange Zeit hielten sich die Verantwortlichen mit Informationen vornehm zurück. Erstmals offiziell präsentiert wurde das Projekt der Bevölkerung in der Vorwoche via Gemeindeblatt. „Man wird vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisiert Kurt Bereuter. Da die Verhandlungen mit einigen Grundbesitzern offenbar nicht wie geplant verlaufen sind, muss die Bergstation für die Zehner-Gondelbahn verlegt und ein zusätzlicher Schlepplift errichtet werden. Außerdem soll ein Bergrestaurant mit Aussichtsterrasse entstehen und die Beschneiungsanlage erweitert werden. Weitere Fragen zum Projekt wollte die Bürgermeisterin auf VN-Anfrage nicht beantworten. Alles, was man wisse, stehe im Gemeindeblatt. Kritisch beäugt wird das Projekt nicht zuletzt vom Alpenschutzverein. „Für mich ist das touristische Kanonenpolitik, die ökologisch und ökonomisch keinen Sinn macht. Der Klimawandel macht auch vor Alberschwende nicht Halt“, sagt Markus Petter. Abgesehen davon wollen zehn Grundeigentümer laut Klaus Gmeiner ein Manifest unterschreiben, dass sie auf ihren Liegenschaften keine weitere Beschneidung dulden.

Geraldine Reiner