Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

30.06.2016 Landesförderungen höhlen Naturschutz aus

Im Februar dieses Jahres nahm der Vorarlberger FPÖ LAbg. Joachim Weixlbaumer einen Rechnungshofbericht zum Thema Schutzwald für Vorarlberg, Tirol und Salzburg zum Anlass, eine parlamentarische Anfrage im Landtag zu stellen. Die Fragestellung zielte klar darauf ab, den Holzeinschlag im Natura 2000-Gebiet „Klostertaler Bergwälder“ und die Forderung der Forstleute nach Intensivierung der Holzmobilisierung voranzutreiben.

Als Begründung für diese Maßnahmen werden zweifelhafte Sicherheitsaspekte vorgeschoben. Ein Totschlagargument, das nicht neu ist. Ein von unabhängiger Seite erstelltes Gutachten müsste jedoch zwingend zum Schluss kommen, dass keine der bisher mit Seilkran und Holzprozessor durchgeführten Schlägerungen im Natura 2000-Gebiet „Klostertaler Bergwälder“ sicherheitsrelevant war, sondern allein wirtschaftliche Gründe hatte.

Das zuständige Forstamt Bludenz ist bekannt für besonders rücksichtslose Waldplünderung. Nicht nur im Klostertal, sondern auch im Montafon, (wie z.B. im Gaueserwald in Schruns). Dazu kommt die massive Unterstützung durch Landesförderungen für Abholzungen im Schutzgebiet. Ohne diese Förderungen wäre ein Holzeinschlag in dieser Lage nicht wirtschaftlich durchführbar. Die derzeitige Förderpraxis leistet weiteren Schlägerungen im Privatwald Vorschub, die im Widerspruch zum Waldfachplan und der Klassifizierung als IBA Gebiet (International Bird & Biodiversity Areas) stehen, da der Altholzbestand die Grundlage für das Vorkommen besonders gefährdeter Vogelarten ist.

Das öffentliche Interesse In einem Naturschutzgebiet ist aber der Naturschutz und nicht wirtschaftliche Einzelinteressen. Die Schutzziele werden dadurch untergraben und nachrangig behandelt, was nicht zu akzeptieren ist. Die zuständigen Beamten begeben sich hier auf eine gefährliche Gratwanderung und müssen damit rechnen, für ihre Entscheidungen zur Verantwortung gezogen zu werden.