Waldhäx

Beschützerin des Waldes und seiner Bewohner

 

Die Erde ist eine Scheibe

über das Märchen vom "gesunden Holzschlag".

„Die Erde ist eine Scheibe...


Dieser einst sehr verbreiteten Meinung dürften sich heutzutage nur sehr wenige anschließen.

... und der Wald braucht den Menschen,
vor allem den Holzschlag, um überleben zu können.“


Aufgrund des heutigen Wissensstandes über den Wald, kann man sich der Aussage, dass man „Den Wald pflegen bzw. nutzen und verjüngen muss, ansonsten er durch Überalterung zusammenbricht.“, wohl ebenfalls nicht mehr anschließen.

Wem dient diese Irrlehre? Wer profitiert von ihr?

Umso erstaunlicher ist es, dass diese inzwischen zum Dogma erhobene Irrlehre gerade von Forstleuten vertreten wird. Sie werden nicht müde, dies gebetsmühlenartig zu wiederholen und zu verbreiten, und inzwischen sind die meisten Leute überzeugt, dass dies so ist, und das, obwohl sie im ersten Fall nicht mehr glauben, dass die Erde eine Scheibe ist.

Es wäre kurzsichtiges und lineares Denken - bedingt durch die Nutzerbrille - diese eingeschränkte Sicht zuzulassen, der Wald benötige die massiven Eingriffe des Menschen, um vital und überlebensfähig zu bleiben.

Ich vermute, dass Forstleute und jene die von der Holzvermarktung profitieren das Dogma und die Irrlehre, die sie unter den Leuten verbreiten, selbst nicht glauben. Dies zu behaupten hat Methode, und dient lediglich dazu, Holzschlägerungen im großen Stil zu rechtfertigen.

Wie sehen Forstleute den Wald?

Forstleute teilen den Wald in Entwicklungsphasen ein, so als ob der Wald ein singuläres Wesen wie ein Einzelbaum wäre, das geboren wird, Kindheit und Jugend durchlebt, erwachsen wird, altert und schließlich schwach dahinsiecht bis zum Verfall. Dabei wird auch noch suggeriert, dass ein einzelner Baum, oder ein paar wenige Bäumen, den ganzen Wald ausmachen und somit der Wald nun alt und krank ist, seine (Schutz-)Funktion nicht mehr ausüben kann und abgetragen werden muss.

So funktioniert der Wald aber nicht!

Es sind (Natur-)Kreisläufe, die nahtlos ineinander übergehen.

„Der Wald braucht Euch nicht, er hat Euch noch nie gebraucht! Schon lange bevor der Mensch auf der Erde erschien, gab es bestens funktionierende Wälder!“


Ein Wald, zumindest einer der halbwegs natürlich wächst, vereint alle Altersstufen, vom Keimling über verschiedene Altersstufen bis hin zum mächtigen alten Baum und genau jenem Anteil an Totholz, das in den Zyklen der Baumindividuen angelegt ist.

Es ist erwiesen, dass so ein Wald die besten Voraussetzungen für vielfältiges Leben bietet. Das Bodenleben die damit verbundenen Pilze, Moose, Flechten, Algen und vieles mehr, benötigen viel Zeit um sich entfalten zu können.

Nur der Mensch der unverhältnismäßig und vorzeitig eingreift, sei es durch Holzschlägerungen, , das Füttern von Wild, (als handle es sich um Mastvieh), das dazu führt, dass die Bestände bis zum vielfachen des verträglichen Maßes anwachsen und bestimmte Baumarten, bevorzugt die Tanne, aufgrund des übermäßigen Verbisses nicht mehr aufwachsen kann, stört das Gleichgewicht der Kräfte eines gesunden Waldes.

Diese Eingriffe und nicht die mangelnde Nutzung sind die Ursachen, die den Wald und das ganze zusammenhängende Ökosystem Wald gefährden. Dafür gibt es unzählige Beispiele in der Menschheitsgeschichte, auch in anderen lebendigen Systemen, doch war der Lernerfolg daraus leider nicht sehr groß.

Die Lüge namens „Nachhaltigkeit“

„Nachhaltigkeit“, einer der meist missbrauchten Begriffe, wird immer gerne bemüht, wenn es darum geht darzulegen, dass nicht mehr Holz geerntet werden soll als nachwachsen kann.

Durch die modernen Erntemethoden wird der Wald wie ein Maisacker behandelt. Kein Baum bleibt auf dieser Fläche stehen, was dazu führt, dass alle nachwachsenden Bäume das gleiche Alter aufweisen.

Erst diese Vorgangsweise führt zu oben beschriebenen Kategorisierung der Forstleute in Jugendphase, Optimal Phase, Altersphase, Zerfallsphase, Zusammenbruch, Verjüngung.

Die übliche Nutzungszeit wird von der Jugendphase bis zum Alter von 140 Jahren angegeben. Für die Vielfalt des Lebens im Wald wird es aber erst ab einem Lebensalter von 140 Jahren interessant!

Die Bäume werden „geerntet“, bevor sie für die ökologischen Zusammenhänge beginnen, fruchtbar und wertvoll zu werden!


Dazu eine Passage aus Peter Wohllebens Buch „Das geheime Leben der Bäume“
„Schon als Forststudent habe ich gelernt, dass junge Bäume vitaler sind und schneller wachsen als alte. Die Lehrmeinung wird bis heute vertreten und führt dazu, dass Wälder verjüngt werden sollen. Verjüngt? Das bedeutet nichts anderes, als alte Stämme zu fällen und durch frisch gepflanzte Bäumchen zu ersetzen. Nur dann seien die Wälder stabil und könnten auch entsprechend viel Holz produzieren und dadurch CO² aus der Luft aufnehmen und binden, so die aktuellen Aussagen von Waldbesitzverbänden und Forstwirtschaftsvertretern.

Je nach Baumart soll im Alter von 60 bis 120 die Wuchskraft nachlassen, mithin ist es dann Zeit, die Erntemaschinen anrollen zu lassen. Werden die Ideale der ewigen Jugend, die in unserer Gesellschaft kontrovers diskutiert werden, einfach auf den Wald übertragen? Es erweckt zumindest den Anschein, denn ein 120 Jahre alter Baum ist, wenn man es auf menschliche Maßstäbe überträgt, gerade einmal der Schule entwachsen.

Tatsächlich scheinen die bisherigen wissenschaftlichen Annahmen völlig verkehrt zu sein, wie eine Studie eines internationalen Forscherteams nahelegt. Die Wissenschaftler untersuchten weltweit rund 700 000 Bäume auf allen Kontinenten. Das überraschende Ergebnis: Je älter die Bäume werden, desto schneller wachsen sie.

So erzeugten Bäume mit einem Meter Stammdurchmesser dreimal so viel Biomasse wie Exemplare, die nur halb so dick waren.

„Alt“ bedeutet bei Bäumen also nicht schwach, gebeugt und anfällig, sondern ganz im Gegenteil schwungvoll und leistungsstark.


Baumgreise sind demnach deutlich produktiver als Jungspunde und im Zusammenhang mit dem Klimawandel wichtige Verbündete der Menschen.

Die Parole, die Wälder zu verjüngen, um sie zu vitalisieren, darf seit der Veröffentlichung der Studie mindestens als irreführend bezeichnet werden. Höchstens im Sinne der Holznutzung zeichnet sich ab einem bestimmten Alter der Bäume eine Wertminderung ab. Pilze können dann zu einer Fäulnis im Stamminneren führen, doch das mindert das weitere Wachstum nicht im Geringsten.

Möchten wir Wälder als Mittel zum Kampf gegen den Klimawandel nutzen, dann müssen wir sie alt werden lassen, ganz wie es die großen Naturschutzverbände fordern.“


(Wohlleben, Peter. Das geheime Leben der Bäume: was sie fühlen, wie sie kommunizieren. München: Ludwig, 2016.)

Was ist zu tun?

Es soll hier kein Missverständnis aufkommen. Es ist legitim den Wald zu nutzen und das wurde auch gemacht, solange es Menschen gibt. Es geht um das richtige Maß.

Durch neue Techniken werden nun auch Wälder erschlossen die bisher aufgrund ihrer Lage geschützt waren und deshalb ökologisch besonders wertvoll sind.

Wie fast überall auf der Welt wird dieses rechte Maß so grenzenlos überschritten, dass es zu einem noch nie dagewesenen von Menschen verursachten Artensterben nicht nur in den Wäldern, sondern auch in den Wiesen, Flüssen, Seen und Meeren gekommen ist.

Der Verlust an Naturräumen und deren Vermarktung durch Massentourismus grassiert. Diese unheilvolle Entwicklung geht ungebremst weiter, verursacht durch ein Wirtschaftssystem, das auf Wettbewerb, grenzenloses Wachstum und Ausbeutung ausgerichtet ist.

Den Begriff der „Nachhaltigkeit“ wie er jetzt verwendet wird gilt es zu hinterfragen. Die Rechtfertigung es würde mehr Holz nachwachsen als geschlagen wird ist irreführend.

Analog dazu das Beispiel einer intensiv bewirtschafteten Wiese.
Die immer frühere Mahd und sieben bis acht Schnitte pro Saison haben dazu geführt, dass beinahe alle Blütenpflanzen und damit zusammenhängend die Insekten und sukzessiv auch die Vögel verschwunden sind.

Das Gras ist zwar nachgewachsen, mit nur wenigen Arten die diese Behandlung verkraften, das Leben ist aber großteils aus diesen Wiesen verschwunden.

Der Wald ist keine Wiese, weshalb er überhaupt nicht bearbeitet werden muss, um sich zu erneuern.

Klimaschutz und Erhalt des Waldes vor Wirtschaftsprofit!

Wenn aber eingegriffen wird sollte das so maßvoll, umsichtig und schonend geschehen, dass die Lebensprozesse, die in Jahrhunderten aufgebaut wurden, nicht unterbrochen, gar vernichtet werden, damit Generationen nach uns auch noch einen Wald der diesen Namen verdient, erleben und von ihm geschützt werden können.